Chile-Kumpel kurz vor der Rettung

Riskanter Plan

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Chile-Kumpel kurz vor der Rettung

Heute soll der Rettungsbohrer der Type T-130 den Stollen der Goldmine in 700 Meter Tiefe erreichen, so Bergbauminister Laurence Golborne. Die Arbeiter, die in der schwülen Hölle seit 66 Tagen festsitzen, hatten voller Vorfreude bereits begonnen, ihre Sachen zu packen. "Wir hören den Bohrer, wir zählen die Stunden“, jubelte einer. Drei Tage sollen die Vorbereitungen für die Evakuierung dauern, ab Montag die 53 Zentimetern schmale Rettungskapsel Phoenix nach und nach die Arbeiter nach oben holen.

Platzangst
Beraten wird aber noch: Soll der Notschacht mit einer Metallverkleidung ausgestattet werden, damit die Gefahr des Feststeckens des Käfigs minimiert wird? Diese Arbeiten könnten zehn Tage dauern. Für alle Gefahrenaspekte des Rettungsmanövers – das die Welt im Bann hält – ist vorgesorgt: Beruhigungsmittel gegen mögliche Platzangst beim Raufziehen durch die finstere Rühre sind gehortet, gegen Muskelkrämpfe wurde körperliche Ertüchtigung verordnet. Sauerstoffflaschen stehen bereit für Ohnmachtsanfälle. Die kalifornische Firma Oakley spendete 33 UV-Strahlung blockende Radar-Sonnenbrillen - wie sie Kampfpiloten haben - zum Schutz vor dem ersten, grellen Sonnenstrahlen nach zwei Monaten im Dämmerlicht. Die Männer sollen Medikamente gegen gewöhnliche Erreger erhalten, an die sie nicht mehr gewöhnt sind.

Wer zuerst?
Auch die Reihenfolge der Fahrten in die Freiheit wurde festgelegt: Erster "Testpilot“ ist einer der Stärksten: Er soll in der Lage sein, mögliche Rückschläge durchzustehen. Zum Schluss soll der Schichtleiter rauf – wie ein Kapitän, der als Letzter von Bord geht.

Autor: H. Bauernebel
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