Eltern ermordet und an Schweine verfüttert

Urteil

Eltern ermordet und an Schweine verfüttert

Das Landgericht zeigte sich überzeugt, dass der heute 32 Jahre alte Mann aus Fritzlar- Haddamar in Hessen im Jahr 2000 aus Habgier seinen Vater heimtückisch erschlagen und die Mutter vier Jahre später erwürgt habe.

"Dass er dann noch die Leiche eines auf seinem Hof gestorbenen Pensionisten an seine Schweine verfütterte, zeigt nicht nur eine Missachtung des Lebens, sondern auch des Todes", sagte der Vorsitzende Richter Volker Mütze in der Urteilsbegründung. Die Kammer erkannte zugleich auf eine besondere Schwere der Schuld. Damit ist eine Entlassung nach 15 Jahren unmöglich.

Revision angekündigt
Der Verteidiger kündigte unterdessen bereits an, in Revision gehen zu wollen. "Gerade der erste Fall, der angebliche Mord am Vater, war ein reiner Sachverständigenprozess. Bewiesen ist nichts", sagte Anwalt Knuth Pfeiffer. Der Richter sprach hingegen von einer "komplexen Beweisaufnahme" mit einer "Vielzahl von Gutachten", die keinen anderen Schluss zuließen: Der Mann habe den Vater erschlagen und einen Unfall mit einer kranken Kuh vorgetäuscht. Und er habe die Mutter "mit Gewalt und Kraft" erwürgt und einen natürlichen Tod vorgetäuscht. "All das zeigt erheblichen Vernichtungswillen." Das Motiv sei klar: "Habgier." Obwohl Alleinerbe, habe er nicht auf den Ruhestand des Vaters warten und die Mutter nicht im Hause haben wollen. Durch seinen Lebenswandel sei der Hof bald mit 300.000 Euro verschuldet gewesen.

Beerdigung vorgetäuscht
Ans Licht kamen die beiden Morde nur, weil der Landwirt eine verspätete Beisetzung für einen früheren Knecht vortäuschte. Vor Gericht gab er zu, dass er den "Ersatzopa", der auf seinem Hof gestorben sei, zuvor erst tiefgefroren und dann zersägt und an seine Schweine verfüttert hatte. Neben der Pension sei es ihm vor allem um das Konto des Mannes gegangen. "Das ist ein kaum vorstellbarer Tabubruch. Ein Mensch, der jahrzehntelang auf seinem Hof gearbeitet hat, wird von ihm den Schweinen zum Fraß vorgeworfen", sagte Richter Mütze.

Die Urteilsverkündung verfolgte der im Prozess redegewandte Angeklagte zusammengesunken und reglos.

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