Eluana nur 20 km von Österreichs Grenze beerdigt Eluana nur 20 km von Österreichs Grenze beerdigt

Abschied in Italien

 

 

Eluana nur 20 km von Österreichs Grenze beerdigt

Die am Montag gestorbene italienische Komapatientin Eluana Englaro ist am Donnerstag beerdigt worden. Die 38-Jährige ruht auf dem Friedhof des friaulischen Bergortes Paluzza, aus der ihre Familie stammt. Der Ort liegt keine 20 Kilometer von der österreichischen Grenze (Plöckenpass) entfernt. Dort sind auch ihre Großeltern begraben. In der Kirche von Paluzza fand eine bewegende Trauerzeremonie im engsten Kreis statt.

Verwandte und Freunde
An der Zeremonie in der Kirche beteiligten sich nur einige Verwandte und Freunde, darunter auch einige Schulkameradinnen Eluanas. Dutzende von Journalisten, viele davon aus dem Ausland angereist, warteten vor der Kirche auf das Ende der Feier. Danach wurde der Sarg von rund 500 Menschen zum Friedhof Paluzzas begleitet.

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Foto: (c) AP

Die Eltern beteiligten sich nicht an der Zeremonie, weil sie nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten wollten. Sie nahmen kurz vor dem Begräbnis von ihrer Tochter Abschied, die 17 Jahre lang im Koma gelegen war. Eluanas Mutter Saturna ist seit Jahren schwer krank. Um das Schicksal der 38-jährigen Frau hatte in den vergangenen Monaten ein heftiger Streit auf höchster politischer Ebene getobt. Der Fall hatte Italien entzweit.

"Ruhe in Frieden"
"Liebe Eluana, jetzt bist Du frei. Ruhe in Frieden inmitten unserer Berge", sagte der Pfarrer von Paluzza, Tarcisio Pontel, bei der Predigt. "In der vergangenen Zeit haben wir gestritten, doch vor Eluana beugen wir mit großer Demut unser Haupt. Von nun an sollen wir zusammen weitergehen. Von nun an sollten wir nach so viel Eklat schweigen", sagte der Pfarrer. Er dankte der Familie Englaro, weil sie sich für ein religiöses Begräbnis entschieden habe.

Der Vater Eluanas, Beppino Englaro, hatte anfangs wegen des Widerstands der katholischen Kirche gegen die Sterbehilfe für seine Tochter erklärt, die Kirche solle bei dem Begräbnis "draußenbleiben". Der Vatikan hatte die Sterbehilfe für Eluana als "Verbrechen" gebrandmarkt. Eluana war am Montagabend gestorben, nachdem die Ärzte drei Tage zuvor die künstliche Ernährung eingestellt hatten.

"In diesem Moment suche ich nur die Stille", erklärte der Vater Eluanas, seinen Beschluss, sich nicht am Begräbnis zu beteiligen. Über zehn Jahre lang hatte Beppino Englaro dafür gekämpft, dass seine Tochter sterben könne. "Ich war stets von der Angst gepeinigt, sie nicht befreien zu können. Wir Familienangehörige und Freunde haben für Eluana alles getan, was man in dieser Situation tun konnte", so Englaro.

Foto: (c) AP

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