08. Februar 2010 14:16
Mit dem Start der US-Raumfähre "Endeavour" hat am Montag die letzte Phase
des Ausbaus der Internationalen Raumstation (ISS) begonnen, die zugleich das
Ende des amerikanischen Shuttle-Programms einläutet. Noch vier Starts sind
in diesem Jahr geplant, dann sollen die Raumfähren außer Dienst gestellt
werden. Einen Nachfolger für den Transport von Menschen ins All haben die
Amerikaner noch nicht. Die Astronauten fliegen dann nur noch mit russischen
Raketen zur ISS.
"Herz der ISS"
Die Endeavour startete am Montagmorgen
mit sechs Astronauten, einem neuen Versorgungsmodul und einer
Beobachtungsplattform zur ISS, die beide aus Europa geliefert wurden. Die
Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) erklärte, an Bord des Shuttles befänden
sich "zwei Vorzeigestücke europäischer Ingenieurskunst: der 'Tranquility'
genannte Verbindungsknoten Nr. 3 (Node-3) und die Beobachtungskuppel
'Cupola'". Mit der Montage dieser beiden ISS-Module sei der Ausbau des
nicht-russischen Teils der ISS abgeschlossen.
Mit "Tranquility" steht auf der ISS nicht nur mehr Platz für Gerät und für
die Astronauten zur Verfügung, wie die ESA erklärte. Der Verbindungsknoten
Nr. 3 werde das "Herz der lebenserhaltenden Systeme auf der ISS" und solle
die CO2-Abfuhr, die Sauerstoffversorgung und die Wasseraufbereitung
sicherstellen. Die Beobachtungskuppel sei die bisher größte und komplexeste
in den Weltraum beförderte Fensterstruktur. Sie biete einen einzigartigen
Panoramablick zur Beobachtung der Erde und verfüge auch über Instrumente zur
Untersuchung klimarelevanter Vorgänge in der Atmosphäre.
Teile brachen ab
Es war vermutlich der letzte nächtliche Start
eines Shuttles. Er war ursprünglich schon für Sonntag geplant gewesen,
musste dann aber wegen einer dichten Wolkendecke verschoben werden. Die
"Endeavour" soll am Mittwoch an der ISS andocken. Eine erste Überprüfung der
Startvideos ergab, dass zwar einige Teile von der Isolierung des großen
Zusatztanks abbrachen, davon traf aber offenbar keines die Raumfähre.
Auch wenn noch nicht klar ist, wie die bemannte Raumfahrt der NASA in
Zukunft aussehen soll, so ist doch die Internationale Raumstation einer der
Gewinner in den von Präsident Barack Obama bekanntgegebenen Pläne. So soll
die ISS bis mindestens 2020 betrieben werden, was erheblich länger ist als
bislang geplant. Die vier verbleibenden Raumfähren-Starts sind für März,
Mai, Juli und September geplant. Ein oder zwei können, wenn es die
Sicherheit verlangt, auch ins nächste Jahr verschoben werden.