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Raumfähre gestartet

"Endeavour" auf dem Weg zur ISS

Mit dem Start der US-Raumfähre "Endeavour" hat am Montag die letzte Phase des Ausbaus der Internationalen Raumstation (ISS) begonnen, die zugleich das Ende des amerikanischen Shuttle-Programms einläutet. Noch vier Starts sind in diesem Jahr geplant, dann sollen die Raumfähren außer Dienst gestellt werden. Einen Nachfolger für den Transport von Menschen ins All haben die Amerikaner noch nicht. Die Astronauten fliegen dann nur noch mit russischen Raketen zur ISS.

"Herz der ISS"
Die Endeavour startete am Montagmorgen mit sechs Astronauten, einem neuen Versorgungsmodul und einer Beobachtungsplattform zur ISS, die beide aus Europa geliefert wurden. Die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) erklärte, an Bord des Shuttles befänden sich "zwei Vorzeigestücke europäischer Ingenieurskunst: der 'Tranquility' genannte Verbindungsknoten Nr. 3 (Node-3) und die Beobachtungskuppel 'Cupola'". Mit der Montage dieser beiden ISS-Module sei der Ausbau des nicht-russischen Teils der ISS abgeschlossen.

Mit "Tranquility" steht auf der ISS nicht nur mehr Platz für Gerät und für die Astronauten zur Verfügung, wie die ESA erklärte. Der Verbindungsknoten Nr. 3 werde das "Herz der lebenserhaltenden Systeme auf der ISS" und solle die CO2-Abfuhr, die Sauerstoffversorgung und die Wasseraufbereitung sicherstellen. Die Beobachtungskuppel sei die bisher größte und komplexeste in den Weltraum beförderte Fensterstruktur. Sie biete einen einzigartigen Panoramablick zur Beobachtung der Erde und verfüge auch über Instrumente zur Untersuchung klimarelevanter Vorgänge in der Atmosphäre.

Teile brachen ab
Es war vermutlich der letzte nächtliche Start eines Shuttles. Er war ursprünglich schon für Sonntag geplant gewesen, musste dann aber wegen einer dichten Wolkendecke verschoben werden. Die "Endeavour" soll am Mittwoch an der ISS andocken. Eine erste Überprüfung der Startvideos ergab, dass zwar einige Teile von der Isolierung des großen Zusatztanks abbrachen, davon traf aber offenbar keines die Raumfähre.

Auch wenn noch nicht klar ist, wie die bemannte Raumfahrt der NASA in Zukunft aussehen soll, so ist doch die Internationale Raumstation einer der Gewinner in den von Präsident Barack Obama bekanntgegebenen Pläne. So soll die ISS bis mindestens 2020 betrieben werden, was erheblich länger ist als bislang geplant. Die vier verbleibenden Raumfähren-Starts sind für März, Mai, Juli und September geplant. Ein oder zwei können, wenn es die Sicherheit verlangt, auch ins nächste Jahr verschoben werden.

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