Zoo-Evakuierung

Zoo-Evakuierung

Entlaufener Tiger in den USA tötete Zoobesucher

Drei Besucher im Zoo von San Francisco sind von einem entlaufenen Tiger angegriffen worden. Ein junger Mann wurde zu Tode gebissen, zwei weitere wurden schwer verletzt. Ihr Zustand wurde Mittwoch früh als kritisch, aber stabil beschrieben. Der Sibirische Tiger wurde von den herbeigerufenen Polizisten erschossen. Wie er aus dem weitläufig gesicherten Gehege entkommen konnte, war zunächst unklar.

tiger
Tigerweibchen Tatiana floh aus dem Käfig und tötete einen Zoobesucher.
(Foto: AP Photo)

Erstes Opfer direkt vor dem Käfig zu Tode gebissen
Der Zwischenfall ereignete sich am Dienstag kurz nach 17.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MEZ am Mittwoch), als nur noch etwa 20 Besucher in dem Tierpark waren. Diese versuchten entsetzt, sich in Sicherheit zu bringen. Das erste Opfer wurde direkt vor dem Tigerkäfig attackiert und erlag noch dort seinen schweren Bisswunden. Die heranrückenden Polizisten sahen, wie die Raubkatze vor dem Terrassen-Cafe des Zoos einen zweiten Mann angriff, aus dessen Kopf bereits Blut strömte. Das Tier wurde abgelenkt und stürzte prompt auf die Beamten zu. Diese streckten es mit mehreren Kugeln nieder. Erst dann sahen sie auch den dritten schwerverletzten Mann.

Absichtlich freigelassen?
Nun prüfen die Behörden, ob die Raubkatze absichtlich freigelassen wurde. "Weil wir nicht sicher sind, ob dies das Ergebnis eines menschlichen Eingreifens oder eines Unfalls ist, (...) betrachten wir den Zoo als Tatort", sagte die Polizeichefin von San Francisco, Heather Fong, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Der leitende Tierbetreuer und Zoodirektor Robert Jenkins hatte zuvor vermutet, dass das Tier aus seinem Gehege geklettert oder gesprungen war - dies aber gleichzeitig für so gut wie unmöglich erklärt. Die Tiger werden im Zoo von San Francisco in einer sogenannten offenen Grotte gehalten, die mit einem fünfeinhalb Meter breiten Graben und einer mehr als sechs Meter hohen Mauer umgeben ist.

Zwischenfall bereits im vergangenen Jahr
Die rund 140 Kilogramm schwere Tigerdame namens "Tatiana" hatte bereits im vergangenen Jahr einem Wärter den Arm zerfleischt, nachdem sie während einer Fütterung mit einer Pranke durch die Gitterstäbe ihres Käfigs gelangt hatte. Das Raubtiergehege blieb daraufhin bis zum Abschluss der Untersuchungen geschlossen und wurde noch stärker als zuvor gesichert. Es ist jetzt mit einem fünf Meter breiten Graben und einem sechs Meter hohen Zaun umgeben. Nach Angaben von Zoo-Direktor Robert Jenkins kann "Tatiana" unmöglich durch eine Tür ins Freie gelangt sein. Also müsse sei entweder über den Zaun geklettert oder über den Graben gesprungen sein.

"Dies ist ein tragischer Vorfall für San Francisco", sagte Feuerwehrsprecher Ken Smith. Die Stadt sei so stolz auf ihren Zoo. Dieser hatte bisher zwei Sibirische Tiger und drei aus Sumatra. "Tatiana" wurde vor einigen Jahren von Denver nach San Francisco verlegt, um dort zwecks Zeugung von Nachwuchs mit einem Männchen zusammengebracht zu werden. Tiger sind weltweit vom Aussterben bedroht.

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