Erdbebenopfer klagen über mangelnde Versorgung

Peru

Erdbebenopfer klagen über mangelnde Versorgung

Opfer des verheerenden Erdbebens in Peru haben eine knappe Woche nach dem Unglück die vom Staat koordinierten Hilfsaktionen erneut angeprangert. Die Verteilung von Lebensmitteln konzentriere sich auf die Zentren der betroffenen Städte Ica, Canete, Pisco und Chincha, hieß es nach Medienberichten vom Dienstag.

Menschen am Land haben bisher kaum Trinkwasser bekommen
Die außerhalb oder auf dem Land lebenden Menschen hätten bisher kaum Trinkwasser, Lebensmittel oder Decken bekommen. Staatschef Alan Garcia räumte ein, es sei äußerst schwer, "jedes einzelne der 50.000 Häuschen zu erreichen".

Bei einem erneuten starken Nachbeben ist in Peru am Sonntag ein Kind ums Leben gekommen. Wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten, starb der Zwölfjährige in der Gemeinde Guadalupe im Departement Ica etwa 300 Kilometer südlich von Lima, als die Wand eines Hauses auf ihn stürzte.

Nächste Seite: Nachbeben mit Stärke 5,7

Das Nachbeben der Stärke 5,7 sei am Nachmittag (Ortszeit) in Lima und in den Städten Pisco, Chincha, Ica und Canete zu spüren gewesen. Bei dem verheerenden Erdbeben am vergangenen Mittwoch starben in Peru nach jüngster amtlicher Bilanz 503 Menschen. Rund 1500 Menschen wurden verletzt und 90.000 obdachlos. Unter den Trümmern werden aber noch Dutzende Opfer vermutet. "Die Zahl der Todesopfer kann noch auf 600 bis 700 steigen," meinte der Leiter des Gerichtsmedizinischen Instituts, Luis Bromley. Die Erschütterungen hatten eine Stärke von 8,0.

Massenflucht vor Kriminalität
Die peruanische Zeitung "El Comercio" berichtete unterdessen in ihrer Onlineausgabe von einer Massenflucht im Departement Ica. Hunderte von Menschen, die das Beben überlebt hätten, flüchteten nun wegen der anhaltenden Kriminalität im Katastrophengebiet aus ihrer Heimatregion. Die peruanischen Medien berichten seit Tagen von unzähligen Plünderungen. Außerdem sei die Hilfe für die zumeist armen Menschen ungenügend.

Keine Hoffnung auf Überlebende
Sprecher der verschiedenen Rettungsteams sagten, es gebe nun definitiv keine Hoffnung mehr, Überlebende unter den Trümmern zu finden. Vier Tage nach dem Beben war am Sonntag im größten Teil der Unglücksregion die Versorgung mit Strom und Leitungswasser noch nicht wiederhergestellt worden. Da unter den Trümmern noch viele Leichen vermutet werden, wächst die Angst vor Epidemien.

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