FARC-Entführte

Geiselnahme

© EPA/EDGAR DOMINGUEZ

FARC-Entführte "verrückt" geworden

Kolumbianische Militärs und Polizisten in der Gewalt der FARC-Rebellen sind nach Worten einer der vier am Mittwoch freigelassenen Geiseln "verrückt" geworden. "Es gibt viele Fälle völligen Schwachsinns, praktisch total umnachtete Unteroffiziere, die die Schrecken der Geiselhaft einfach nicht ertragen haben", erzählte der Ex-Parlamentarier Orlando Beltrán am Freitag dem Radiosender Caracol.

Keine gewaltsame Befreiung
Beltrán war mehr als sechs Jahre lang von der marxistischen Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) in den Dschungeln im Süden des Landes festgehalten worden. Unterdessen warnte eine andere Ex-Geisel den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe vor den von ihm bevorzugten gewaltsamen Befreiungsversuchen. "Das wäre absolut absurd. Dann bekommen sie 40 Leichensäcke", warnte der zusammen mit Beltrán freigelassene Ex-Abgeordnete Luis Eladio Pérez.

Zehn Jahre lang Geisel
Beltrán sprach von der Verzweiflung der Geiseln. "Es gibt Militärs, die vor mehr als zehn Jahren verschleppt wurden. Jede Hoffnung auf eine Befreiung haben sie aufgegeben, und sie fühlen sich von ihren Kameraden und vom Staat verlassen und vergessen", sagte Beltrán weiter. "Ich verstehe einfach nicht, warum sich die kolumbianische Militärführung gegen die von den FARC für einen Austausch der Geiseln gegen Rebellen geforderte entmilitarisierte Zone von 600 Quadratkilometern für 45 Tage sperrt, wenn sie damit ihre Kameraden retten könnte", fügte der Politiker hinzu.

Amerikaner unter den Opfern
Die FARC halten neben Politikern wie der schwerkranken früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt auch 33 Militärs und Polizisten fest. Auch drei Amerikaner sind unter den Opfern. Für die insgesamt etwa 40 Personen fordern sie die Freiheit für fast 500 inhaftierte Rebellen. Für ihre weniger bekannten knapp 700 anderen Entführungsopfer fordern die FARC hingegen Lösegelder.

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