Fähre in Indonesien gesunken: über 200 Vermisste

18 gerettet

Fähre in Indonesien gesunken: über 200 Vermisste

Eine Fähre mit mehr als 250 Menschen an Bord ist am Sonntag in Indonesien in schwerem Sturm gesunken. 18 Menschen wurden nach Angaben der Seenotrettung geborgen, darunter nach unbestätigten Berichten auch der Kapitän. Die Fähre war auf dem Weg von der Insel Sulawesi nach Borneo, als sie rund 50 Kilometer nach dem Auslaufen vor West-Sulawesi von meterhohen Wellen erfasst wurde. "Wir fürchten, dass mehr als 200 Menschen ertrunken sind", sagte der Sprecher der Seenotretter in Makassar, der Hauptstadt der Provinz Süd-Sulawesi.

Schwere Stürme
Die Region wird seit Tagen von schweren Stürmen heimgesucht. Mehrere Flüsse traten über die Ufer, Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten und 1000 Häuser standen unter Wasser. Mindestens sechs Menschen kamen nach Behördenangaben ums Leben. Auch auf den Fidschi-Inseln im Südpazifik ertranken sieben Menschen in den Fluten. Nach Presseberichten aus der Hauptstadt Suva wurde in drei Städten der Notstand ausgerufen. Mindestens 500 neuseeländische Touristen sitzen wegen der Überschwemmungen in dem Inselstaat fest.

Fischer retteten Überlebende
Die Fähre "Teratai Prima" war am Samstagabend in Pare-pare ausgelaufen. Das Unglück ereignete sich in den frühen Morgenstunden des Sonntags. Die Überlebenden klammerten sich nach Medienberichten an Rettungsboote und wurden von Fischern aufgenommen. Unter den Überlebenden waren mindestens vier Besatzungsmitglieder, hieß es. Die Fähre habe viel zu wenig Rettungsboote an Bord gehabt, berichtete ein Rundfunksender. Die Angaben konnten jedoch zunächst nicht bestätigt werden.

In Samarinda auf Borneo versammelten sich Dutzende Angehörige der Passagiere und warteten verzweifelt auf Neuigkeiten. Sie verlangten die Veröffentlichung der Namensliste der Überlebenden.

Häufig Unfälle
In dem riesigen Inselreich Indonesien sind zwischen den 17.000 Inseln Hunderte Fähren im Einsatz. Weil viele Schiffe alt und schlecht gewartet sind und Betreiber oft mehr Passagiere an Bord lassen als erlaubt, kommt es häufig zu Unfällen.

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