Flüchtlingsdrama: 6 Menschen ertrunken

Flüchtlingsboot gekentert

Flüchtlingsdrama: 6 Menschen ertrunken

Gleich zu mehreren Flüchtlingsdramen ist es dieser Tage im Mittelmeer gekommen. Mindestens sechs Migranten sind bei einem Schiffbruch südlich der italienischen Insel Lampedusa ums Leben gekommen, 364 Passagiere konnten gerettet werden.

Bot gekentert. Das Fischerboot vor Lampedusa mit insgesamt rund 370 Migranten an Bord kenterte am Sonntagabend. 364 Personen wurden von der Marine gerettet, sechs Menschen starben.

Erst am Sonntag waren 18 Migranten ums Leben gekommen. Sie starben in einem Schlauchboot, das südlich von Lampedusa auf dem Weg von Nordafrika nach Europa war, teilte die italienische Marine mit. Außerdem soll es eine Reihe von Vermissten geben, wie Überlebende berichteten. 73 Menschen an Bord dieses Bootes konnten nach Angaben vom Marine-Schiff "Sirio" gerettet werden. Die Toten wurden nach Pozzallo auf Sizilien gebracht. Das Schlauchboot hatte einen Motorschaden.

Italien verlanft mehr Unterstützung von die EU
Marine, Küstenwache und Handelsschiffe nahmen am Wochenende über 4.000 Bootsflüchtlinge auf, um sie nach Italien zu bringen. Die Regierung Renzi richtete einen neuen Appell an die EU, damit sie über die Grenzschutzagentur Frontex die Führung der Rettungsaktion für die Flüchtlinge im Mittelmeer übernimmt. "Die EU muss sich in Libyen engagieren. Viele Migrationsprobleme entstehen dadurch, dass das nordafrikanische Land außer Kontrolle geraten ist", sagte der italienische Staatssekretär für Europapolitik, Sandro Gozi.

Italiens Innenminister Angelino Alfano hatte am Sonntag erneut aufgefordert, dass Europa angesichts der riesigen Flüchtlingszahlen handeln und die Führung des Einsatzes "Mare Nostrum" zur Flüchtlingsrettung bald übernehmen müsse. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström teilte am Sonntag in Brüssel mit, dass sie Alfano an diesem Mittwoch empfangen werde. Fachleute der EU-Kommission und von Frontex werden am Dienstag in Rom tagen. Diskutiert wird über eine Stärkung des Frontex-Exinsatzes im Mittelmeer, berichtete Malmströms Sprecher Michele Cercone nach Angaben italienischer Medien.

Migrantenstrom reißt nicht ab
Auch in Griechenland empörte sich der Minister für Handelsschifffahrt, Miltiadis Varvitsiotis, über die nicht enden wollenden Migrantenströme. Entlang der türkischen Ägäis-Küste warten nach Angaben aus Athen rund 100.000 Migranten auf eine Gelegenheit, nach Griechenland und damit in die EU zu kommen. "Das geht so nicht weiter", so Varvitsiotis. Binnen drei Tagen waren nach Angaben der Küstenwache rund tausend Migranten in der Ägäis vor und auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros, Farmakonisi, Agathonisi und Kos aufgegriffen worden. Die Aufnahmelager seien restlos überfüllt.

Italien garantiert seit Oktober im Rahmen des Kontrollprogramms "Mare Nostrum" die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. 113.000 Migranten wurden seit Beginn der Mission im vergangenen Oktober gerettet, teilte die Marine mit. 230 Schlepper wurden festgenommen. Das Land könne jedoch nicht länger allein die Last dieser Mission tragen, die neun Millionen Euro im Monat koste, lautet der Appell der italienischen Regierung. Alfano warnte auch vor der Gefahr, dass sich Terroristen unter den Flüchtlingen befinden, die in Italien eintreffen.

Vor der Küste Libyens war am Samstag ein kleines Holzboot mit bis zu 200 afrikanischen Flüchtlingen gesunken. Sie hätten versucht, das Mittelmeer in einem kleinen Holzboot zu überqueren, sagte der Sprecher. Das Boot sei bereits am Freitagabend östlich der Hauptstadt Tripolis gekentert. Die örtliche Küstenwache habe 16 von ihnen gerettet, sagte ein Sprecher der libyschen Marine. Die Suche nach den anderen Passagieren laufe noch. Es wird aber befürchtet, dass sie ertrunken sind.

 

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