Flüchtlingsdrama vor libyscher Küste

Hunderte vermisst

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Flüchtlingsdrama vor libyscher Küste

Beim Untergang mehrerer Flüchtlingsboote vor der libyschen Küste sind offenbar hunderte Menschen ertrunken. Offizielle Quellen sprachen von über 300 Toten. In der Nähe von drei Bootswracks habe die Küstenwache mindestens 23 Leichen geborgen, berichtete die libysche Zeitung "Oea" am Dienstag. Mehr als 250 Passagiere der von Sidi Belal nahe der Hauptstadt Tripolis losgefahrenen Boote würden vermisst.

350 gerettet
in viertes Boot mit mehr als 350 Flüchtlingen an Bord sei in der Nähe des vor der Küste gelegenen Ölfelds Buri in Seenot geraten. Die Küstenwache habe das Schiff aber in den Hafen von Tripolis schleppen und alle Passagiere retten können.

Jedes Jahr 33.000 Flüchtlinge
IOM-Sprecher Jean-Philippe Chauzy teilte am Dienstag unter Berufung auf Angaben aus diplomatischen Kreisen in Libyen mit, die Schiffe seien vermutlich in einen Sturm geraten. Die IOM geht davon aus, dass die afrikanischen Flüchtlinge von Libyen nach Italien gelangen wollten. Im vergangenen Jahr kamen rund 33.000 Flüchtlinge von Nordafrika auf die süditalienische Insel Lampedusa.

Ohne Chance
Chauzy sagte, die Boote seien zu weit auf See gesunken. Deshalb hätten die Flüchtlinge nicht an Land schwimmen können. "Auf diesen Schiffen gibt es keinerlei Sicherheitsausrüstung, keine Bojen, keine Beiboote oder sonst irgendetwas - denn es geht darum, bei völliger Missachtung ihrer Sicherheit und Würde so viele Menschen wie möglich darauf zusammenzupferchen", fügte er hinzu.

Heftige Sandstürme
Nach IOM-Angaben ist seit Sonntagabend von Libyen aus bei heftigen Sandstürmen eine große Zahl von Flüchtlingen in See gestochen. Einige davon hätten Italien erreicht, einige seien abgefangen und zurück nach Libyen gebracht worden und einige wohl ertrunken, sagte eine IOM-Sprecherin. "Wir werden niemals genau erfahren, wie viele Menschen mit diesen Booten unterwegs waren, weil nie alle Leichen gefunden werden."

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