Griechischer Frachter vor Somalia entführt

Piratenangriff

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Griechischer Frachter vor Somalia entführt

Erneute Piratenattacke vor der Küste Somalias: Schwer bewaffnete Piraten haben ein unter maltesischer Flagge fahrendes Schiff mit dem Namen "Centaury" angegriffen, wie das Internationale Schifffahrts-Büro (IMB) am Donnerstag in London mitteilte. Das Schiff gehöre einer griechischen Reederei. Nach inoffiziellen Berichten der griechischen Küstenwache sollen sich an Bord 25 Besatzungsmitglieder von den Philippinen befinden.

Wie griechische Medien berichteten, hatte der Kapitän die Reederei Donnerstag früh per Funk über die dramatischen Ereignisse informiert, und diese alarmierte die Behörden in Piräus sowie das IMB. Welche Forderungen die Piraten stellten, habe der philippinische Kapitän nicht gesagt. Das Schiff kam aus Äthiopien und hatte Salz geladen. Ziel war der kenianische Hafen Mombasa.

Vermutlich noch ein zweites Schiff entführt
Außerdem sei am Donnerstag vor der somalischen Küste ein vermutlich aus Asien stammender Frachter auf dem Weg nach Mombasa gekapert worden, sagte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerprogramm. Es gebe aber noch keine Informationen über die Besatzung an Bord des entführten Schiffes. Bereits am Mittwoch brachten Piraten vor der somalischen Küste ein in Hongkong registriertes Schiff in ihre Gewalt.

Das am Mittwoch entführte unter Hongkong-Flagge fahrende Schiff "Great Creation" hatte 24 chinesische Seeleute und einen Seemann aus Sri Lanka an Bord, wie Andrew Mwangura vom kenianischen Seefahrer-Hilfsprogramm sagte. Das Schiff sei auf dem Weg von Tunesien zum indischen Hafen Pipavav gewesen, als Piraten es überfielen. Die "Great Creation" werde zum Piraten-Versteck in Eyl in der abtrünnigen somalischen Region Puntland gebracht.

55 Schiffe seit Jahresbeginn gekapert
Laut IMB wurden seit Jahresbeginn bereits 55 Schiffe vor den somalischen Küsten gekapert. Derzeit würden elf Schiffe mit der Forderung nach Lösegeld festgehalten. Laut Choong hatten Piraten auch im vergangenen Jahr Schiffe an der Ostküste angegriffen, konzentrierten dann aber ihre Attacken auf den Golf von Aden im Norden. Experten zufolge haben stärkere Kontrollen die Piraten wieder in den Ozean getrieben.

Die somalischen Gewässer gelten als die gefährlichsten der Welt. In den vergangenen Monaten fuhren Patrouillenboote der in Dschibuti stationierten multinationalen Anti-Terror-Task-Force durch den Golf von Aden und das Rote Meer. In der Nacht zum Dienstag befreite eine französische Spezialeinheit ein französisches Segelboot gewaltsam aus den Händen somalischer Piraten. Dabei kam ein Pirat ums Leben, sechs weitere wurden vor der Küste Puntlands festgenommen. Die Bundeswehr hatte für den Einsatz Seeaufklärungsflugzeuge zur Verfügung gestellt.

Insgesamt befinden sich nach Angaben des Ostafrikanischen Seefahrerprogramms derzeit mehr als 200 Menschen und 16 Schiffe in der Gewalt krimineller Banden. Der Golf von Aden vor der somalischen Küste wird seit Monaten von Piraten beherrscht und gehört zu den gefährlichsten Gewässern. Im Juni hatten Piraten das Segelboot eines deutschen Paares überfallen und die beiden Urlauber verschleppt. Sie wurden Tage später frei gelassen.

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