Massen-Flucht

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"Gustav" erreicht die US-Küste

14 Uhr: Erste Sturmböen fegen über Louisiana hinweg.

13.30 Uhr: Neben hunderttausenden Menschen sind auch zehntausende Haustiere vor dem herannahenden Hurrikan "Gustav" aus New Orleans in Sicherheit gebracht worden. Zahllose Tiere wurden am mit einem Identifizierungs-Halsband versehen und in eine Plastik-Transportbox gesperrt. Mit speziellen klimatisierten Transportern wurden die Haustiere dann zu Tierheimen außerhalb der Gefahrenzone gebracht.

13 Uhr: Einige Unbeirrbare sind immer noch in der Stadt. "Johnny White's Bar" in der berühmten Bourbon Street hat immer noch geöffnet. Die Bar, aber auch "Larry Flint's Hustler Club" hatten schon während "Katrina" durchgehend geöffnet. Bürgermeister Ray Nagin kann nur mit dem Kopf schütteln, denn er ist machtlos.

Die äußerste Spitze des Hurrikans "Gustav" hat am frühen Montagmorgen die US-Küste am Golf von Mexiko erreicht. Dem Radar zufolge ziehe der Wirbelsturm derzeit über das Delta des Mississippi-Flusses in Richtung New Orleans, sagte die Meteorologin des Nationalen Hurrikan-Zentrums (NHC), Patricia Wallace. Zwischen 14 und 15 Uhr unserer Zeit soll Gustav and er US-Küste einschlagen.

Mindestens 30 Österreicher in New Orleans
30 Österreicher sind laut der zuständigen Botschaft in Washington und dem Honorarkonsulat in New Orleans und Houston in der vom Hurrikan "Gustav" bedrohten Stadt New Orleans registriert. Die zuständigen Behörden seien derzeit bemüht, die 30 bekannten Österreicher zu erreichen. Bei den anderen, nicht bekannten Landsleuten, sei es schwieriger. Es haben sich aber bis dato noch keine besorgten Angehörigen oder Betroffene vor Ort hilfesuchend an das Außenministerium oder die Konsulate an Ort und Stelle gewandt.

Zwei Millionen auf der Flucht
Mit Regen und starkem Wind beginne der Hurrikan über New Orleans in Louisiana hinwegzufegen, fügte sie hinzu. Aus Angst vor "Gustav" hatten sich fast zwei Millionen Menschen aus den gefährdeten Gebieten des US-Bundesstaats in Sicherheit gebracht. Die von Bürgermeister Ray Nagin angeordnete Zwangsevakuierung begann am Sonntag um 8 Uhr Ortszeit. Die Stimmung in der Vergnügungsmetropole ist gespenstisch.

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(c) APA

Kein Rettungsdienst
Anders als bei "Katrina" vor zwei Jahren wird kein Rettungsdienst in der Stadt aufrechterhalten, um inder Stadt Gebliebenen zu helfen. Es soll eine hunderprzentige Evakuierung werden. In der Nacht auf Montag wurde aus Angst vor Plünderern eine Ausgangssperre verhängt.

Widerwillige Evakuierung
Viele Menschen gehen nur widerwillig aus der Stadt. Zehntausende haben erst kürzlich wieder in ihre von "Katrina" zerstörten Häuser zurückkehren können. Andere haben genug von der Hurrikanbedrohung und wollen die Stadt jetzt für immer verlassen.

Aber "Gustav" forderte bereits vor seinem Eintreffen erste Opfer. Drei Krankenhaus-Patienten sind bei der Evakuierung eines Hospitals gestorben.

Verwüstungen in der Karibik
Bei seinem Verwüstungszug durch die Karibik hat der Hurrikan nach neuesten Angaben bereits fast 100 Menschen das Leben gekostet. Allein 76 Todesopfer waren in Haiti zu beklagen. Jamaika meldete zehn Tote, die Dominikanische Republik fast ebenso viele. In Kuba, wo der Hurrikan am Sonntag auf Land traf, wurden rund 86.000 Häuser völlig zerstört und tausende weitere beschädigt.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 340 km/h
Die kubanischen Behörden maßen in einigen Böen Windgeschwindigkeiten bis zu 340 Kilometer pro Stunde. 80 Kraftwerke wurden außer Betrieb gesetzt. Berichte über Tote lagen zunächst aber nicht vor. Über dem Golf von Mexiko schwächte sich "Gustav" wieder etwas ab, doch wurde damit gerechnet, dass er beim Auftreffen auf die US-Südstaaten am Montag abermals an Stärke gewinnen würde.

Um 20.00 Uhr Ortszeit am Sonntagabend (02.00 Uhr MESZ am Montag) galt der Sturm als Hurrikan der Kategorie drei mit einer Windgeschwindigkeit von rund 185 Stundenkilometern. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich noch etwa 280 Kilometer von der Mündung des Mississippis entfernt. Meteorologen erwarteten für die nächsten Stunden ein neuerliches Anwachsen zum Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier.

Warnungen
Insgesamt wurden für einen Küstenstreifen von 800 Kilometern Länge Warnungen ausgegeben. "Katrina", ein Hurrikan der höchsten Stufe fünf, hatte seinerzeit mehr als 1.600 Menschenleben gekostet. Auch die Politik blieb von "Gustav" nicht verschont. Die Republikaner kündigten erhebliche Kürzungen ihres Nominierungsparteitags im US-Staat Minnesota an. US-Präsident George W. Bush sagte seine geplante Eröffnungsrede ab.

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