Historiker vergleicht Tom Cruise mit Goebbels

Scientology-Wahnsinn

© AP Photo/Matt Sayles; Archiv

Historiker vergleicht Tom Cruise mit Goebbels

Auszüge: Die Cruise-Bio auf Deutsch!

Der Historiker Guido Knopp und der Sekten-Experte Thomas Gandow haben Scientology-Mitglied Tom Cruise mit Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen. Knopp sagte laut "Bild am Sonntag" zu einem Video, das offenbar eine Rede des US-Filmstars vor Scientology-Mitgliedern zeigt: "Tom Cruise tritt auf wie Goebbels." Die Rede erinnere stark an die berüchtigte Sportpalast-Rede Goebbels'. Pfarrer Gandow, Scientology-Experte der evangelischen Kirche, sagte: "Ich bleibe dabei: Tom Cruise ist der Goebbels der Scientologen."

"Sollen wir die Welt säubern?"
Scientology Deutschland war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Knopp bezieht sich in der "Bild am Sonntag" auf ein Video im Internet, das Cruise bei einer Rede vor Scientology-Mitgliedern zeigen soll. Darin ruft der Schauspieler: "Should we clean this place up?" (Übersetzung der Zeitung: "Sollen wir die Welt säubern?"), woraufhin die Menge fanatisch-begeistert zurückruft: "Jaaa!".

"Wollt ihr den totalen Krieg?"
"Es mag ja sein, dass Cruises Sprechweise bei vielen Erweckungsbewegungen in den USA üblich ist", zitiert die Zeitung Knopp. Doch diese Szene "erinnert zwangsläufig jeden Deutschen, der sich für Geschichte interessiert, an die berüchtigte Sportpalast-Rede von Goebbels". Goebbels hatte am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast gebrüllt: "Wollt ihr den totalen Krieg?", was von der begeisterten Masse mit "Ja!" beantwortet worden war.

Ist Cuise der Propagandaminister der Sekte?
Gandow sagte laut Zeitung: "Für mich ist das ein weiterer Beleg dafür, dass Tom Cruise nicht nur ein einfaches Mitglied der Sekte ist, sondern ihr Propagandaminister." Cruises Stauffenberg-Film solle "genau die Wirkung für die Scientologen erzielen wie die Olympischen Spiele 1936 für die Nazis, Sympathien für eine totalitäre Bewegung wecken". Auch die Hamburger Sektenexpertin Ursula Caberta sagte laut "Bild am Sonntag", das Video sei für sie "ein ganz besonders eindrucksvoller Beleg dafür, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege: Die Scientologen sind eine totalitäre, verfassungsfeindliche Organisation". Cruise habe die Aufgabe, "den Türöffner zu spielen".

In Deutschland wird immer wieder ein Verbot der Organisation Scientology diskutiert, die im Unterschied zu den USA hierzulande nicht als Kirche anerkannt ist. Die Innenminister von Bund und Ländern erklärten im Dezember vergangenen Jahres, Scientology sei eine nicht mit der Verfassung vereinbare Organisation, und beauftragten den Verfassungsschutz, alle Informationen zu sammeln, die für ein mögliches vereinsrechtliches Ermittlungsverfahren erforderlich sind.

Star spielt Hitler-Attentäter Stauffenberg
Cruise hat gerade in Deutschland einen Film über den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg gedreht. Im vergangenen Jahr hatte es zunächst eine große politische Debatte darüber gegeben, ob ein Scientology-Mitglied Stauffenberg darstellen könne. So hatte das Verteidigungsministerium Cruise zunächst keine Drehgenehmigung für den Bendler-Block gegeben, später durfte Cruise dann aber doch dort drehen. Im November erhielt der Schauspieler vom Burda-Verlag für seine Darstellung Stauffenbergs einen Bambi in der Kategorie "Mut", was für Kritik gesorgt hatte.

Der Historiker Knopp, der zurzeit an einer Dokumentation über Stauffenberg arbeitet, sagte laut "Bild am Sonntag", es stelle sich die Frage, ob Cruises Stauffenberg-Film "nicht doch in die Scientology-Strategie passt, um über die Person ihres Hauptdarstellers Sympathien für die Sekte zu erzeugen".

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