Holocaust-Leugner wird Opfer von Hackern

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Holocaust-Leugner wird Opfer von Hackern

Der umstrittene britische Historiker David Irving lässt keinen Anlass aus, um seine zweifelhaften geistigen Ergüsse auf die Menschheit loszulassen. Nun wurde der Holocaust-Leugner selbst Opfer einer Attacke. Hacker knackten seine Website und auch sein E-Mail-Konto. Das dort gefundene Material veröffentlichten sie auf Wikileaks.

Wie die Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" berichtet, gehören zu den Informationen neben Zugangsdaten und geheimen Unterstützerlisten auch E-Mail-Protokolle. Dort wird aufgedeckt, wie Irving seine gut getarnten Auftritt organisiert. "Der Veranstaltungsort ist unter meinem Namen reserviert. Es läuft als Signierstunde, doch nicht als Deine oder die einer der Gruppen, wenn also irgendwelche Mistkerle herumstöbern, werden sie nichts finden", schreibt ein Anhänger in einer E-Mail.

FBI eingeschaltet
Weiters wird darüber diskutiert, wie man mit jüdischen Gästen bei den Auftritten verfahren soll. In einer E-Mail wird das Code-Wort "Achtung", in deutsch, dafür ausgelobt. Irvings Website ist seit dem Vorfall nicht zu erreichen. Er gab an, mittlerweile das FBI eingeschaltet zu haben.

Irving wurde von der US-amerikanischen Historikerin Deborah Lipstadt als "einer der gefährlichsten Holocaustleugner" bezeichnet. 1989 stellte das Landesgericht Wien einen Strafbefehl wegen NS-Wiederbetätigung aus. Der Brite hatte zuvor bei Vorträgen in Wien und der Steiermark die Existenz von Gaskammern geleugnet. Irving kam aber durch eine schnelle Ausreise einer Verhaftung zuvor.

Am 11. November 2005 wurde er schließlich in Wien verhaftet und zu drei Jahren bedingter Haft verurteilt. Am 21. Dezember 2006 folgte die vorzeitige Entlassung und die Abschiebung nach Großbritannien.

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