19. November 2009 09:36
Der umstrittene britische Historiker David
Irving lässt keinen Anlass aus, um seine zweifelhaften geistigen Ergüsse
auf die Menschheit loszulassen. Nun wurde der Holocaust-Leugner selbst Opfer
einer Attacke. Hacker knackten seine Website und auch sein E-Mail-Konto. Das
dort gefundene Material veröffentlichten sie auf Wikileaks.
Wie die Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" berichtet, gehören zu den
Informationen neben Zugangsdaten und geheimen Unterstützerlisten auch
E-Mail-Protokolle. Dort wird aufgedeckt, wie Irving seine gut getarnten
Auftritt organisiert. "Der Veranstaltungsort ist unter meinem Namen
reserviert. Es läuft als Signierstunde, doch nicht als Deine oder die einer
der Gruppen, wenn also irgendwelche Mistkerle herumstöbern, werden sie
nichts finden", schreibt ein Anhänger in einer E-Mail.
FBI eingeschaltet
Weiters wird darüber diskutiert, wie man mit
jüdischen Gästen bei den Auftritten verfahren soll. In einer E-Mail wird das
Code-Wort "Achtung", in deutsch, dafür ausgelobt. Irvings Website ist seit
dem Vorfall nicht zu erreichen. Er gab an, mittlerweile das FBI
eingeschaltet zu haben.
Irving wurde von der US-amerikanischen Historikerin Deborah Lipstadt als
"einer der gefährlichsten Holocaustleugner" bezeichnet. 1989 stellte das
Landesgericht Wien einen Strafbefehl wegen NS-Wiederbetätigung aus. Der
Brite hatte zuvor bei Vorträgen in Wien und der Steiermark die Existenz von
Gaskammern geleugnet. Irving kam aber durch eine schnelle Ausreise einer
Verhaftung zuvor.
Am 11. November 2005 wurde er schließlich in Wien verhaftet und zu drei
Jahren bedingter Haft verurteilt. Am 21. Dezember 2006 folgte die vorzeitige
Entlassung und die Abschiebung nach Großbritannien.