Hunderte bei Andacht für ermordete Michelle

Deutschland

Hunderte bei Andacht für ermordete Michelle

Mehrere hundert Menschen haben am Samstagabend bei einer kirchlichen Andacht in Leipzig der ermordeten achtjährigen Michelle gedacht. In der Trinitatiskirche im Osten Leipzigs nahe dem Wohnort von Michelle versammelten sich rund 350 Leipziger, darunter zahlreiche junge Menschen. Viele zündeten Kerzen an und stellten sie vor den Altar, wo Zeitungsausschnitte mit Bildern von Michelle lagen.

Gedenken
Pfarrer Sebastian Rebner sagte zu Beginn des halbstündigen Gedenkens: "Jetzt können die Tränen fließen. In uns ist neben der Traurigkeit auch Wut und Verzweiflung und unendliche Ratlosigkeit." Er rief die Trauernden dazu auf, sich gegenseitig zu unterstützen und zu beten. Einige jüngere Leute nutzten die Veranstaltung für Forderungen nach einem schärferen Vorgehen des Staates gegen Sexualstraftäter. Andere Teilnehmer des Gedenkens versicherten den Eltern von Michelle ihr tiefes Mitgefühl.

Großfahndung beginnt
Nachdem die Leiche der vermissten Michelle aus Leipzig gefunden wurde, konzentriert sich die Polizei des ostdeutschen Bundeslandes Sachsen jetzt auf die Fahndung nach dem Täter. Die Sonderkommission wurde umgebaut und ihre Mitgliederzahl auf knapp 180 erhöh Mit allen Mitteln und der Hilfe von Kriminalpolizisten und Experten für Gewaltverbrechen von auswärts werde nun nach dem Täter gefahndet.

Keine Einzelheiten
Einzelheiten zum Tod des achtjährigen Mädchens, das seit Montag vermisst und dessen Leiche am Donnerstag in einem Teich gefunden wurde, wollte die Polizei noch nicht bekanntgeben. Der Täter solle möglichst wenig Informationen über den Wissensstand der Polizei erhalten.

Am Donnerstagabend hatte die Polizei mitgeteilt, dass Michelle gewaltsam getötet wurde. Das habe die Obduktion der Leiche ergeben, die in dem Teich entdeckt worden war. Details werden vorläufig nicht veröffentlicht. Das betreffe die Todesart, den Todeszeitpunkt und die Frage, ob das Mädchen sexuell missbraucht oder vergewaltigt wurde.

Michelle bisher nicht identifiziert
Die Eltern des Kindes haben ihre Tochter bisher nicht identifiziert. Ob sie das tun werden, sei ganz allein ihre Entscheidung. Es handle sich bei der Leiche "nach menschlichem Ermessen" aber um Michelle. Das zeigten die zahlreichen Übereinstimmungen bei Kleidung und sonstiger Beschreibung. Juristisch gebe es aber erst Sicherheit, wenn eine DNA-Probe vorliege.

Michelle war am Montagnachmittag auf dem Heimweg nach der Ferienbetreuung in ihrer Schule verschwunden - nur wenige Gehminuten von ihrem Zuhause im Ostteil Leipzigs entfernt. Die Polizei suchte drei Tage lang mit einem Großaufgebot an Beamten, Hunden, Pferdestaffeln und einem Hubschrauber. Rund 180 leerstehende Häuser oder Fabrikgebäude waren durchsucht, 1400 Nachbarn befragt worden.

Spaziergänger fand sie in Ententeich
Den entscheidenden Hinweis auf die Leiche im Stadtteil Stötteritz hatte am Donnerstagmittag gegen 12.30 Uhr ein Spaziergänger gegeben. Daraufhin waren der Teich und das umliegende Gelände im "Stötteritzer Wäldchen" großräumig abgesperrt worden. Bevor der leblose Körper geborgen werden konnte, hatten Spezialisten der Kriminalpolizei mehrere Stunden lang Spuren gesichert und die Umgebung abgesucht.

Foto (c) AP

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