Italien will straffällige Rumänen ausweisen

Schärferes Vorgehen

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Italien will straffällige Rumänen ausweisen

Italien will scharf gegen rumänische Staatsbürger vorgehen, die sich in Italien straffällig gemacht haben. Die Regierung Prodi hat ein Dekret verabschiedet, demzufolge gewalttätige EU-Bürger sofort ausgewiesen werden können. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf einen tödlichen Überfall auf eine 47 Jahre alte Frau, die in der italienischen Hauptstadt von einem Rumänen überfallen und vergewaltigt wurde. Das Opfer des brutalen Überfalls, der sich in der Nähe eines Bahnhofes an der Peripherie Roms ereignete, lag zwei Tage lang im Koma und erlag dann den schweren Verletzungen.

Vergewaltigung
Das Opfer, Giovanna Reggiani, Frau eines Kapitäns zur See, war am Dienstagabend bei der Haltestelle Tor di Quinto in Rom nach einem Einkaufsbummel aus dem Zug gestiegen. Sie wurde von dem 24-jährigen angegriffen, vergewaltigt und in einen Graben geworfen. Der Täter, der erst vor vier Monaten nach Italien eingereist war und in einem Barackenlager lebte, wurde aufgrund von Hinweisen einer Roma-Frau festgenommen.

Dem blutigen Überfall waren bereits mehrere Gewalttaten vorausgegangen, für die ebenfalls Rumänen verantwortlich gemacht wurden. So musste der Regisseur Giuseppe Tornatore nach einem Raubüberfall auf offener Straße im Sommer im Krankenhaus behandelt werden. Im August wurde ein Radfahrer überfallen, er starb nach mehreren Wochen im Koma.

Protest bei rumänischem Premier
Ministerpräsident Romano Prodi protestierte beim rumänischen Premierminister Calin Popescu Tariceanu. 75 Prozent der in Rom verübten Straftaten seien in diesem Jahr von Rumänen begangen worden, betonte Prodi. Tariceanu wolle nicht den freien Personenverkehr einschränken, aber bei den Ermittlungen eng mit der italienischen Polizei zusammenarbeiten, berichteten italienische Medien. Außerdem habe die rumänische Regierung an die Emigranten appelliert, jeder Rumäne sei Botschafter seines Landes im Ausland.

Die rechte Oppositionspartei Alleanza Nazionale (AN) erklärte sich bereit, dem Dekret im Parlament zuzustimmen, wenn ein weiterer Paragraf eingefügt werde, der die Polizeichefs autorisiere, auch diejenigen EU-Bürger auszuweisen, die innerhalb von drei Monaten keine sichere Quelle für ihren Lebensunterhalt nachweisen können. Regierungschef Prodi hat dazu noch keine Stellung bezogen.

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