Kölner Gericht rief Bulldogge in den Zeugenstand

Mietstreit

 

Kölner Gericht rief Bulldogge in den Zeugenstand

"Normalerweise haben Tiere bei uns keinen Zutritt, aber in diesem Fall haben wir eine Ausnahme gemacht", sagte eine Amtsgerichts-Sprecherin am Mittwoch. In dem Verfahren klagte eine Vermieterin ihren Mieter. Sie wirft ihm vor, einen Hund zu halten, obwohl der Mietvertrag das verbietet. Der Beklagte dagegen sagt: "Der Hund wohnt bei meiner Mutter." Die 71-Jährige lebt im selben Stockwerk und hat einen wesentlich älteren Mietvertrag, der Hunde erlaubt.

"Dieser Hund ist ein Kalb"
Der Anwalt der Vermieterin, Rolf Küssner, beantragte daraufhin die Vorladung des Hundes Clyde, einer amerikanischen Bulldogge. Er wollte zeigen, dass die Mutter gar nicht mit dem Hund fertig werden könnte. "Und so war es auch", berichtete er am Mittwoch über die Sitzung vom Vortag. "Dieser Hund ist ein Kalb. Er hat den Befehlen gar nicht Folge geleistet. Ich bin mal in Lappland einem Wolf begegnet, aber vor dem habe ich mich lange nicht so gefürchtet wie vor diesem Riesenvieh. Wenn es allerdings einen gibt, dem ich zutraue, mit dem Hund fertig zu werden, dann ist das Herr U.. Der ist so zwei Meter groß und wohl bei der Bundeswehr. Der und der Hund, die könnten zusammen als Model auftreten."

Hund war äußerst nervös
Der Beklagte bestreitet diese Darstellung. Der Hund habe vor Gericht gut auf seine Mutter gehört, beteuerte er. "In der Wohnung meiner Mutter ist schon dreimal eingebrochen worden. Sie fühlt sich sicher mit dem Hund." Es stimme allerdings, dass Clyde vor Gericht sehr nervös gewesen sei und deshalb immer zu ihm hingeschaut habe. "Das ist ja auch logisch, denn ich gehe mit ihm spazieren und zum Hundeplatz. Ich zahle auch die Hundesteuer. Aber trotzdem wohnt der Hund ausschließlich bei meiner Mutter."

Der Anwalt des Mieters bezeichnete die Klage als "böswillig" und unsozial. "Das gehört sich nicht, noch dazu in der Vorweihnachtszeit." Der gegnerische Anwalt Küssner dagegen sagte, andere Mieter hätten Angst vor dem Hund. Für die Urteilsverkündung am 20. Jänner rechnet er sich allerdings keine großen Chancen aus, weil auch die Mutter vor Gericht beteuert habe, dass der Hund bei ihr wohne. Das sei zwar gelogen, "aber gut, wenn wir jetzt verlieren, ist das auch nicht gerade schreiendes Unrecht".

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