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Krokodil mit Klingelton

Handy verschluckt

© Reuters

Krokodil mit Klingelton

Hätte er bloß das Maul nicht so weit aufgerissen. Jetzt liegt dem 14 Jahre alten "Gena", einem Krokodil aus einem ukrainischen Aquarium, ein verschlucktes Handy schwer im Magen. Er frisst nicht und schleicht lustlos umher.

Handy gefressen
Die Mitarbeiter des Aquariums in Dnjepropetrowsk wollten es erst gar nicht glauben, als sich eine junge Frau beschwerte, dass das Krokodil ihr ins Wasser geplumpstes Mobiltelefon gefressen habe. "Doch dann klingelte das Telefon, und der Ton kam aus dem Bauch von unserem 'Gena'", sagt die Mitarbeiterin Alexandra.

Die Handybesitzerin Rimma Golowko gibt zu, dass es ihre Schuld war. Sie wollte mit weit ausgestrecktem Arm ein Handy-Foto von "Gena" machen, wie er gerade den Rachen weit aufsperrte, und ließ das Telefon versehentlich ins Wasser fallen. "Das sollte ein ganz dramatisches Bild werden, aber es hat nicht geklappt", räumt sie ein. Das Handy hat Golowko aufgegeben, aber sie möchte wenigstens die SIM-Karte zurück, auf der ihre Fotos und Kontakte gespeichert sind.

Schmerzen
Das Krokodil ist schlechter dran. Es hat seit vier Wochen nicht gefressen und keinen Stuhlgang gehabt, wirkt niedergeschlagen und scheint Schmerzen zu haben. "Dem Tier geht es nicht gut", berichtet Alexandra. "Sein Verhalten hat sich geändert, er bewegt sich kaum und schwimmt viel weniger als sonst."

Kein Appetit
Jetzt versuchten die Tierärzte, ihm anstelle des üblichen Schweine- und Rindfleischs lebende Wachteln zum Fraß vorzuwerfen, die eigens mit Vitaminen und einem Abführmittel gespritzt wurden. Doch "Gena" hatte auch darauf keinen Appetit. Er mag auch nicht mit seinen drei Artgenossen spielen, obwohl er das Leittier ist. "Er ist der Größte und Älteste; vielleicht hat er das Telefon geschnappt, um seine Gruppe zu beschützen", mutmaßt Alexandra.

Röntgen
Wenn das Krokodil weiter die Nahrung verweigert, muss es nächste Woche zum Röntgen, wie der leitende Tierarzt Oleksandr Schuschlenko erklärt. Das Handy operativ zu entfernen, wäre der letzte Ausweg, weil Schnitte und Stiche bei Reptilien frühestens in drei Wochen verheilten und die Prozedur für Tier und Mensch gefährlich sei. "Alles hängt davon ab, wo der Fremdkörper lokalisiert wird", sagt Schuschlenko. "Wir haben nicht viel Erfahrung mit der Arbeit an so großen Tieren."

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