Lokführer-Streiks am Donnerstag und Freitag

Deutsche Bahn

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Lokführer-Streiks am Donnerstag und Freitag

Neue Eskalationsstufe im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn: Mit einem 30-Stunden-Streik ab Donnerstag früh will die Lokführergewerkschaft GDL den Druck erhöhen. Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky kündigte am Montag einen bundesweiten Arbeitskampf im Regionalverkehr und den S-Bahnen von Donnerstag, 02.00 Uhr, bis Freitag, 08.00 Uhr, an. Verantwortlich für den neuerlichen Streik sei die Deutsche Bahn, die noch immer kein verbessertes Angebot im Tarifstreit vorgelegt habe.

80 Prozent der Züge im Osten könnten ausfallen
Die GDL informiere im Interesse der Bahnkunden bewusst frühzeitig über die geplanten Aktionen und nehme dabei in Kauf, dass sich die Bahn darauf einstellen könne, sagte Weselsky. Trotz möglicher Notfallpläne der Bahn erwarte er einen hohen Wirkungsgrad des Streiks, der im Osten wegen des niedrigeren Anteils von Beamten unter den Lokführern 80 Prozent erreichen könne.

Klagen gegen Bahn-Chef
Mehrere Deutsche haben unterdessen wegen Zugausfällen infolge des Lokführerstreiks Strafanzeige gegen Bahnchef Hartmut Mehdorn gestellt. "Uns liegen insgesamt zwölf Strafanzeigen von Antragstellern aus dem gesamten Bundesgebiet gegen Hartmut Mehdorn und andere Mitglieder des Bahnvorstands vor", sagte der Berliner Oberstaatsanwalt Karlheinz Dalheimer laut "Bild am Sonntag".

Nötigung und Schadensersatz
Bei den Anzeigen gehe es unter anderem um den Vorwurf der Nötigung und Schadenersatzforderungen. So seien einige Angestellte zu spät zur Arbeit gekommen und hätten die ausgefallene Zeit vom Lohn abgezogen bekommen.

Weiter keine Zugeständnisse
Die Deutsche Bahn will indes im festgefahrenen Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL keine weiteren Zugeständnisse machen. "Wenn wir jetzt nachgeben, dann werden sich bald auch andere Berufsgruppen aus dem Sozialverbund Bahn lösen und die Belegschaft spalten", sagte Bahnpersonalvorstand Margret Suckale in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Was wir jetzt erleben, bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass wir nur bei Tarifeinheit als erfolgreiches Unternehmen bestehen können." Sie forderte die GDL erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Für die Bahn sei es unverständlich und unverantwortlich, dass ihre jüngste Offerte so "einfach vom Tisch gewischt wurde".

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Suckale betonte, in dem Tarifstreit ginge es auch um den Standort Deutschland. "Wenn wir einmal zulassen, dass eine kleine Minderheit mit unverhältnismäßigen Mitteln überhöhte Forderungen durchsetzt und die Tarifeinheit sprengt, werden wir einen enormen Standortnachteil bekommen." Sie wies daraufhin, dass sich an dem Arbeitskampf noch nicht einmal drei Prozent der Bahnbelegschaft beteiligten. Es könne nicht sein, dass eine Gewerkschaft, die sich durch Maximalforderungen mehr und mehr ins Abseits begibt und sich weigert, an den Verhandlungstisch zu kommen, ein ganzes Land durch Streiks lahmlegt.

Neue Tarifverhandlungen
Schon bald stünden wieder neue Tarifverhandlungen an. "Wenn wir jetzt ein gegenseitiges Hochschaukeln von Forderungen zuließen, dann würden wir keine realitätsnahen Abschlüsse, die unseren wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprechen, mehr bekommen. Darunter würden alle leiden: unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unser Unternehmen", sagte Suckale.

Zügige Verhandlungen geplant
Die Deutsche Bahn will jetzt zügig die Verhandlungen mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA über eine neue Entgeltstruktur voranbringen - notfalls auch ohne GDL. "Vielleicht wird den Lokführern dann klar, dass wir wirklich etwas für sie tun wollen", sagte Suckale. Ihren Worten zufolge erhalten die DB-Lokführer bis zu 25 Prozent höhere Entgelte als die anderer Wettbewerbsbahnen. "Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben, um Ausschreibungen im Regionalverkehr zu gewinnen und damit Arbeitsplätze zu sichern", betonte Suckale.

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