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Materialfehler verursachte Achsbruch des ICE-Zuges

Risse entdeckt

Materialfehler verursachte Achsbruch des ICE-Zuges

Der Achsbruch an einem ICE-Zug im Juli in Köln soll auf einen Materialfehler zurückzuführen sein. Laut Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) seien im Stahl der Achse "Einschlüsse unzulässiger Größe" festgestellt worden, berichtet der Onlinedienst "Bild.de" am Dienstag. Die Prüfer kämen zu dem Schluss, dass die "Anforderungen an den Reinheitsgrad" des Stahls in der Nähe der Bruchflächen "nicht erfüllt sind". Unter Einschlüssen versteht man winzige Fremdkörper oder Luftbläschen.

Keine Stellungnahme
Die Sprecherin der Bundesanstalt, Ulrike Rockland, lehnte zum Sachverhalt jede Stellungnahme ab und verwies auf die Kölner Staatsanwaltschaft, die den ICE-Unfall untersucht. Der dort zuständige Staatsanwalt Tino Seesko wollte sich auf Anfrage auch nicht äußern. Man werde erst etwas sagen, wenn der endgültige Prüfbericht vorliege.

Bei Unfall kam niemand zu Schaden
Der ICE-3 war am 9. Juli bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof bei niedrigem Tempo mit gebrochener Achse entgleist. Es kam niemand zu Schaden. Inzwischen wurden an zwei Achsen anderer ICE vom Neigetechnik-Typ T millimetertiefe Risse entdeckt. Die ICE-T-Flotte wurde vorübergehend fast komplett aus dem Verkehr gezogen. Die Achsen werden nun wie beim ICE-3 alle 30.000 Kilometer per Ultraschall auf Schäden kontrolliert. Im ICE-Verkehr sind deshalb bis Februar Behinderungen zu erwarten.

Das Gutachten
Im BAM-Gutachten, aus dem "Bild.de" zitiert, heißt es: "Reinheitsgrad bruchnah nicht in Ordnung." Und: "Einschlüsse, wie sie in der Nähe der Rissstartstelle nachgewiesen wurden, könnten als Rissstarter fungiert haben." Die Deutsche Bahn äußerte sich zu dem "Bild"-Bericht zunächst nicht. Das Unternehmen hatte bereits am 16. Oktober mitgeteilt, ein vorläufiger Untersuchungsbericht der BAM enthalte den Hinweis, dass der Achsenbruch von Köln mit einem Herstellungsfehler zusammenhängen könnte.

Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte am vergangenen Donnerstag in Berlin, im Stahl der fraglichen Achse seien "Materialeinschlüsse" gefunden worden. Diese seien allerdings nicht größer als ein Millimeter und lägen damit "in der Norm". Es sei noch nicht klar, ob und wie schnell sich winzige Risse im Stahl einer ICE-Achse später ausdehnen könnten.

Verspätungen auch in Wien
Wegen eines Mitte Oktober entdeckten Risses an einer ersten ICE-T-Achse hatte die Deutsche Bahn fast alle Züge dieses Typs aus dem Verkehr gezogen. Deshalb war es auch auf 16 österreichischen Zugverbindungen zu Verspätungen gekommen. Betroffen waren ICE-Verbindungen auf den Strecken Wien Westbahnhof - Frankfurt, Dortmund - Wien Westbahnhof sowie zwischen Wien und München bzw. Wien und Bregenz.

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