Mehr als 4.300 Schweinegrippe-Fälle

In 29 Ländern

© APA/GEORG HOCHMUTH

Mehr als 4.300 Schweinegrippe-Fälle

Aus der Bilanz des europäischen Seuchenkontrollzentrums ECDC in Stockholm geht hervor, dass mehr als 50 Menschen an dem Virus gestorben sind. Die meisten Toten stammen mit 48 aus Mexiko. In den USA sind drei Menschen an dieser neuen Grippe gestorben und an die 2.300 erkrankt. In Österreich blieb es bei einem einzigen Fall.

Ausbreitung in Nordamerika
"Erstmals haben wir binnen eines Tages keine neuen Verdachtsproben bezüglich der neuen Influenza bekommen. Das ist schön, aber es ist noch längst nicht alles erledigt", sagte am Sonntag der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit. Weil sich die Schweinegrippe in Nordamerika immer weiter ausbreitet, sollten speziell Reisende vorsichtig sein und bei verdächtigen Symptomen einen Arzt kontaktieren.

Eingebremst
"Stufe 5 auf der WHO-Influenza-Pandemie-Skala bedeutet, dass wir weiter dranbleiben müssen. Aber es dürfte uns gelungen sein, die Ausbreitung der neuen Grippe wesentlich einzubremsen", sagte Hrabcik. Das gilt vor allem für Europa. Allerdings, in Spanien ist man bei 95 Erkrankungen angekommen in Großbritannien bei 47. Der Experte: "Fast die Hälfte davon sind Sekundärinfektionen."

Infektionsketten in USA
In Nordamerika verbreitet sich die Krankheit immer weiter. Hrabcik: "Die US-Zentren für Krankheitskontrolle (CDC) sprechen ganz offen von einer weiteren Verbreitung. Nur vier Bundesstaaten sind noch nicht betroffen." In den USA bekommt man offenbar die Infektionsketten nicht in den Griff. Außerdem dürfte es zu vermehrten Diagnosen kommen, weil in den USA nicht mehr zentral diagnostiziert wird, sondern die Labortests jetzt in allen Bundesstaaten möglich sind.

Warnung an Reisende
Der Rat des Generaldirektors für öffentliche Gesundheit an österreichische USA- und Kanada-Reisende: "Jeder, der aus Amerika kommt und binnen sieben Tagen verdächtige Symptome entwickelt, sollte sofort einen Arzt kontaktieren. Wir können binnen weniger Stunden sagen, ob da eine neue Influenza vorliegt oder nicht. Außerdem können wir sie ja gut behandeln." Auf AUA-Flügen aus Nordamerika gibt es Informationsblätter.

Der Schweizer Soziologe und ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, kritisierte den Umgang mit der Schweinegrippe scharf. Vor allem die Kampagne der WHO schüre Angst und stehe in keinem Verhältnis zu den wirklichen Problemen. "Von 6,2 Milliarden Menschen sind vermutlich seit einigen Wochen etwa 45 an der Grippe gestorben. Aber 100.000 Menschen sterben jeden Tag an Hunger und seinen unmittelbaren Folgen", sagte Ziegler am Samstag. Alle fünf Sekunden verhungere ein Kind unter zehn Jahren. "Das nehmen wir hin mit eisiger Normalität."

China erreicht
Die Schweinegrippe hat nun auch China erreicht: Das Gesundheitsministerium bestätigte am Sonntag die erste Infektion mit dem Virus in der Volksrepublik. Es handele sich um einen 30-jährigen Mann in der südwestlichen Provinz Sichuan, der kürzlich von einem Studienaufenthalt aus den USA zurückgekehrt sei.

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