Melamin in 31 Milchpulverprodukten gefunden

China

 

Melamin in 31 Milchpulverprodukten gefunden

Die chinesischen Behörden haben in 31 Produkten auf Milchpulver-Basis die gefährliche Industriechemikalie Melamin gefunden. Die Behörde für Qualitätssicherung teilte am Mittwoch mit, dies entspreche knapp zwölf Prozent von 265 geprüften Produkten. Alle bemängelten Produkte seien vor dem 14. September hergestellt worden, alle seither produzierten Lebensmittel seien sicher.

Vier Tote bislang
Insgesamt sei die Ware von 20 Herstellern geprüft worden, darunter auch der Firma Sanlu. Sanlu gehört zu den führenden Milchpulverproduzenten Chinas und hatte den Skandal Mitte September ausgelöst. An mit Melamin versetztem Milchpulver erkrankten in China 53.000 Kinder, vier starben.

Chinas Präsident Hu Jintao forderte die Lebensmittelindustrie auf, "die Lehren aus dem Vorfall mit dem vergifteten Milchpulver von Sanlu zu ziehen". Bei einer Rundreise durch Molkereien und andere Milch verarbeitende Betriebe in der östlichen Provinz Anhui sagte Hu nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua: "Lebensmittelsicherheit hängt direkt mit dem Wohlergehen der breiten Massen und der Kompetenz einer Firma zusammen".

Das verseuchte Milchpulver war seit der Entdeckung des Skandals in zahlreichen Produkten gefunden worden, die in viele asiatische aber auch europäische Länder exportiert wurden. Melamin soll einen höheren Proteingehalt vortäuschen, es wird in der Industrie eigentlich bei der Herstellung von Plastik eingesetzt. Auch in Produkten der Lebensmittelkonzerne Cadbury und Unilever war in den vergangenen Tagen Melamin gefunden worden.

Jetzt klagen die Eltern
Die Eltern eines durch verseuchtes Milchpulver erkrankten Kleinkinds in China haben den Hersteller Sanlu geklagt. Die Klage wurde bei einem Gericht in der Provinz Henan eingereicht, sagte Rechtsanwalt Ji Cheng am Mittwoch. Der Sohn der Kläger hatte kurz nach seiner Geburt im Juli vergangenen Jahres begonnen, aus Sanlu-Milchpulver hergestellte Babymilch zu trinken. In diesem Sommer wurde bei ihm ein Nierenstein diagnostiziert, seither liegt er im Krankenhaus.

Die Eltern vermuten, dass der Nierenstein durch die Industriechemikalie Melamin ausgelöst wurde, die in dem Sanlu-Milchpulver enthalten war. Die Kläger fordern umgerechnet 15.400 Euro Schadenersatz. Es ist die erste bekanntgewordene Klage im Zuge des Milchskandals.

Die Höhe der Schadenersatzforderung sei mehr als begründet, da die Eltern viel Geld für die medizinische Behandlung ihres Sohnes ausgeben mussten, sagte Anwalt Ji. In China wurden Milch und Milchprodukte offenbar flächendeckend mit der gefährlichen Chemikalie Melamin versetzt. An der verseuchten Milch starben in der Volksrepublik bereits vier Kinder, mindestens 53.000 Kinder erkrankten. Zunächst war die Chemikalie in Babymilchpulver entdeckt worden, später aber auch in Frischmilch, Joghurt, Süßigkeiten und anderen Produkten. Weltweit mussten zahlreiche Lebensmittel aus dem Handel genommen werden.

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