Haiti-Beben

"Nachbar in Not" freut sich über 4,3 Mio

"Das Ausmaß der Katastrophe ist unvorstellbar, die Not vor Ort erdrückend" - so beschrieb "Nachbar in Not"-Vorstandsvorsitzender und Caritas-Auslandshilfe-Chef Christoph Petrik-Schweifer am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien die Situation nach dem Erdbeben auf Haiti. Viele Österreicher sind bereits dem Spendenaufruf gefolgt: 4,389.681 Euro wurden seit 14. Jänner im Rahmen der ORF-Spendenaktion "Nachbar in Not - Erdbeben Haiti" eingenommen.

Megakatastrophe
Die "Megakatastrophe" sei in einem Land geschehen, in dem bereits zuvor zwei Drittel der Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser hatten und zwei von drei Menschen unter zwei Dollar pro Tag zur Verfügung hatten: "Es war schon eine Katastrophe vor der Katastrophe", sagte Petrik-Schweifer. Nun seien die acht Hilfsorganisationen CARE, Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe im Rahmen von "Nachbar in Not" näher zusammengerückt.

Durch die Spendeneinnahmen hätte man bereits in den ersten Tagen Zehntausenden Menschen mit Wasser, Essen, Kleidung, Hygieneeinrichtungen und medizinischer Versorgung erreichen können - Ziel sei aber, Millionen der Überlebenden mit Hilfe zu erreichen. "Momentan heißt es Nothilfe; Überleben ist das Thema. Alles andere wird dann kommen und uns noch über Jahre beschäftigen", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Wie viel Geld für die erste Phase der Soforthilfe notwendig sei, lasse sich noch nicht abschätzen. "Auch die öffentliche Hand ist aufgerufen, einen Beitrag zu leisten", sagte Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Auslandshilfe.

Michael Opriesnig vom Österreichischen Roten Kreuz sprach von einer der schwersten Katastrophen in der 150-jährigen Geschichte der Rotkreuzbewegung. Für den Wiederaufbau sei ein Masterplan gefordert: "Bandenkriminalität war schon vorher ein Problem, Port-au-Prince hat hauptsächlich aus Slums bestanden - es kann nicht die Frage sein, wie man Slums wieder aufbaut", meinte Petrik-Schweifer.

Appelle
Die Helfer appellierten weiterhin an die Hilfsbereitschaft der Österreicher: Es werde mehr Geld benötigt, als man überhaupt einnehmen könnte, so Lassmann. Im Rahmen der Spendenaktion "Nachbar in Not" seien Organisationen zusammengeschlossen, die "nicht politisch, aber international" vernetzt sind; jeder eingenommene Euro käme direkt den Menschen auf Haiti zu Gute, erklärte ORF-Koordinatorin von "Nachbar in Not", Sissy Mayerhoffer.

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