Neues da Vinci-Bild entdeckt

Fingerabdruck

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Neues da Vinci-Bild entdeckt

Wissenschafter haben möglicherweise ein bisher unbekanntes Gemälde von Leonardo da Vinci gefunden. Auf dem Porträt einer Frau haben Experten einen Fingerabdruck entdeckt, der große Ähnlichkeit mit einem auf einem Werk da Vincis im Vatikan haben soll, wie die britische Fachzeitschrift "Antiques Trade Gazette" berichtete. Der Fingerabdruck am oberen linken Rand des Gemäldes kam bei einer Untersuchung in einem Pariser Speziallabor ans Licht. Das Labor hatte insgesamt 18 Monate an dem Bild geforscht.

Spätes 15. Jahrhundert
Das 33 mal 24 Zentimeter große Bild zeigt den Kopf einer Frau im Profil. Der Künstler hatte es unter anderem mit Kreide auf Pergament gebracht. Kleider und Frisur der gemalten Frau sind der Mailänder Mode des späten 15. Jahrhunderts ähnlich. Bei einer Untersuchung zur Entstehungszeit habe ein Schweizer Institut einen Zeitraum zwischen 1440 und 1650 angegeben. Leonardo da Vinci hatte von 1452 bis 1519 gelebt. Zu seinen berühmtesten Werken zählen die Mona Lisa oder Das letzte Abendmahl.

Das Bild hatte bei einer Versteigerung in New York im Jahr 1998 für 19.000 Dollar den Besitzer gewechselt. Bei der Auktion wurde es als ein Werk aus dem 19. Jahrhundert angepriesen. Sollte es sich um einen Leonardo handeln, wäre das Bild der "Antiques Trade Gazette" zufolge rund 100 Millionen Euro wert. Seit 2007 befindet es sich im Besitz des Kunstsammlers Peter Silverman.

Hohe Übereinstimmung
Der kanadische Kunstexperte Peter Paul Biro habe die Multispektral-Bilder des Pariser Labors untersucht. Nach seiner Expertise hat der Abdruck eine hohe Übereinstimmung mit dem Abdruck eines Zeige- oder Mittelfingers auf Leonardos Bild St. Jerome im Vatikan. Nach Angaben Biros handelt es sich bei St. Jerome um ein frühes Werk Leonardos aus einer Zeit, wo er noch keine Assistenten beschäftigt hatte. Infrarot-Aufnahmen zeigten zudem eine hohe Ähnlichkeit mit einem Frauen-Porträt da Vincis, das in Schloss Windsor hängt.

Die Laborergebnisse stützen die These des Da-Vinci-Experten Martin Kemp, wie das Magazin weiter schreibt. Der ehemalige Professor für Kunstgeschichte an der Universität Oxford habe seine Erkenntnisse über das Bild in einem Buch zusammengetragen, das allerdings noch nicht veröffentlicht ist. Nach seinen Erkenntnissen könnte es sich bei der porträtierten Frau um Bianca Sforza handeln, die Tochter eines Herzogs von Mailand.

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