Österreicherin starb in der Haiti-Hölle

Erdbeben-Chaos

Österreicherin starb in der Haiti-Hölle

Eine gebürtige Österreicherin ist unter den Opfern des Erdbebens in Haiti: Die 61-jährige Linzerin lebte seit vielen Jahren auf der Insel und war mit einem Haitianer verheiratet. Seit Mitte 2008 war sie als Mitarbeiterin des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) tätig, berichtete die Organisation in einer Aussendung. Die Frau hat nach dem Einsetzen des Bebens ihr Haus verlassen und sei von einer umstürzenden Mauer erschlagen worden.

Laut Launsky-TieffenthalPeter Launsky-Tieffenthal, Sprecher des Außenministeriums befinden sich mehrere Österreicher im Krisengebiet auf Haiti. Sechs Landsleute hätten sich in den vergangenen Stunden bei österreichischen Behörden gemeldet und erklärt, sie seien wohlauf, manche von ihnen seien evakuiert worden.

Mutter mit Kind wohlauf
Eine österreichische UNO-Mitarbeiterin und ihr eineinhalb Jahre altes Kind haben die Erdbebenkatastrophe ebenfalls körperlich unbeschadet überstanden. Allerdings werde ihr aus Brasilien stammender Ehemann vermisst, bestätigte Launsky-Tieffenthal. Zur österreichischen Honorarkonsulin gebe es nach wie vor keinen Kontakt.

Keine definitive Zahl
Das Außenministerium verfügt über keine definitive Zahl der Österreicher, die sich zum Zeitpunkt des Erdbebens auf Haiti befunden haben. Infrage kommen einige Mitarbeiter internationaler Organisationen, die in der Region tätig sind, wobei man laut dem Sprecher allerdings nicht weiß, ob sie sich zum Zeitpunkt der Erdstöße auf Haiti befanden.

Heimische Behörden sammeln Informationen
Arthur Weber von der Vorarlberger Landeswarnzentrale ist am Mittwochabend als Vertreter Österreichs mit dem EU-Expertenteam von Brüssel nach Haiti geflogen. Am selben Tag war eine entsprechende Anfrage der EU im Innenministerium in Wien eingelangt, sagte Ministeriumssprecher Rudolf Gollia. Das Innenministerium koordiniert über die Bundeswarnzentrale die österreichischen Hilfe-Maßnahmen für die Opfer des Erdbebens in dem verarmten Staat in der Karibik.

Mangels direkter Kommunikationsmöglichkeit bemühen sich die heimischen Behörden, über die Botschaften der Region, in europäischen Hauptstädten sowie über die Vertretung bei der UNO in New York Informationen zu sammeln. Der für Haiti zuständige Botschafter in Venezuela befinde sich auf dem Weg nach Port-au-Prince, sagte Launsky-Tieffenthal.

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