Piraten halten Schifffahrt in Atem

Neue Gefechte

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Piraten halten Schifffahrt in Atem

Somalische Piraten halten die Schifffahrt in der vielbefahrenen Region im Indischen Ozean unverändert in Atem. Sie griffen Samstag früh im Golf von Aden den unter der Flagge Panamas fahrenden Massengutfrachter "MS Anatolia" an, wurden nach Angaben der Nato aber von der Besatzung vertrieben. Später kaperten sie einen US-Schlepper mit 16 Besatzungsmitgliedern, wie ein Seemanns-Organisation mitteilte.

Piraten wollten Piraten helfen
Die Entführer des deutschen Frachters "Hansa Stavanger" versuchten vergebens, vier ihrer Kameraden zu Hilfe zu eilen, die in einem im Meer treibenden Rettungsboot einen US-Kapitän als Geisel halten. Französische Spezialeinheiten beendeten die Kaperung einer Yacht. Bei der Aktion kamen zwei Piraten und eine Geisel ums Leben.

Angriff auf MS Anatolia
Nach Angaben von Nato-Offizieren an Bord eines zum Schutz der Seefahrt eingesetzten portugiesischen Kriegsschiffs griffen acht Piraten die "MS Anatolia" an. Sie hätten mit Schnellfeuergewehren auf den Frachter geschossen und außerdem eine Granate abgefeuert. Diese sei in der Kabine des Kapitäns eingeschlagen, aber nicht explodiert. Die Seeräuber hätten sich zurückgezogen, nachdem die Besatzung ihnen mit Wasserschläuchen Widerstand entgegensetzte.

piratenueberfall

Foto: (c) Reuters

Unverrichteter Dinge gaben auch die Entführer der "Hansa Stavanger" die Absicht auf, ihren in einem Rettungsboot treibenden Gesinnungsgenossen zu Hilfe zu eilen. "Wir sind wieder an der Küste. Wir haben das Rettungsboot nicht finden können", sagte einer der Piraten an Bord der "Hansa Stavanger".

Verhandlungen über Geisel-Freilassung
Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Es erklärte, der Krisenstab des Ministeriums arbeite unverändert intensiv an der Freilassung der Seeleute an Bord der "Hansa Stavanger". Das Schiff gehört der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg und ist seit rund einer Woche in der Gewalt der Piraten. An Bord sollen sich 24 ausländische Geiseln befinden, darunter vermutlich fünf Deutsche.

Die Piraten wollten den 20.000-Tonnen-Frachter als eine Art Schutzschild zwischen das Rettungsboot, in dem sich auch der entführte US-Kapitän befindet, und die inzwischen eingetroffenen amerikanischen Kriegsschiffe steuern. Die vier Piraten auf dem Rettungsboot, das hilflos auf dem Indischen Ozean treibt, haben zwei Millionen Dollar Lösegeld für ihre Geisel gefordert sowie ihre eigene Sicherheit. Der gefangene Kapitän hatte am Donnerstag einen Fluchtversuch unternommen.

Somalische Piraten haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Schiffe gekapert und hohe Lösegelder erpresst. Ein internationaler Verband von Kriegsschiffen, an dem auch die Deutsche Marine beteiligt ist, versucht, ihnen Einhalt zu gebieten.

Unterdessen ließen die Piraten nach Informationen aus Kreisen einen gekaperten norwegischen Tanker nach Zahlung eines Lösegeldes frei. Ein Sprecher der Reederei Salhus Shipping AS bestätigte am Telefon lediglich, dass das Schiff wieder frei sei. Weitere Details wollte er nicht nennen. Aus Kreisen verlautete, dass die Reederei rund 2,4 Millionen Dollar (1,81 Millionen Euro) bezahlt habe.

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