Gewalt eskaliert

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Randalierer setzen London in Brand

Die Ausschreitungen in Großbritannien haben sich am Montagabend von der Hauptstadt London auf Birmingham ausgeweitet. Angreifer schlugen in der zweitgrößten Stadt des Landes Schaufenster ein, und es kam zu Plünderungen. "Mehrere Geschäftsräume im Zentrum wurden angegriffen", teilte die Polizei der Region West Midlands mit.

Die Welle der Gewalt in London gerät allmählich außer Kontrolle. Immer mehr Stadtteile waren am Montagabend von gewalttätigen Ausschreitungen betroffen. In Peckham und Croydon im Süden der Stadt brannten Häuser lichterloh.

Der amtierende Chef der Londoner Polizei Scotland Yard, Tim Godwin, rief alle Eltern auf, ihre Kinder zu kontaktieren. Die Menschen sollten die Straßen räumen. "Es sind viel zu viele Schaulustige auf den Straßen", sagte er.

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat seinen Urlaub in der Toskana abgebrochen und kehrt nach London zurück, teilte die Downing Street mit. Der Premierminister habe eine Sondersitzung des Nationalen Sicherheitsrates einberufen. Zuvor hatten bereits Vize-Premier Nick Clegg und Innenministerin Theresa May ihre Urlaube abgebrochen. Auch Londons Bürgermeister Boris Johnson will am Dienstag in die Stadt zurückkommen.

Die Ausschreitungen begannen am Samstag in Tottenham im Norden von London: Ein zunächst friedlicher Protest wegen der Tötung eines verdächtigen Mannes durch die Polizei verwandelte sich in Krawalle mit Plünderungen und Brandschatzungen. Am Montag sprang die Gewalt auf Hackney im Osten von London sowie die sozial benachteiligten Bezirke Peckham und Lewisham im Süden über. Überhaupt bekamen die Krawalle den Charakter eines Protests gegen die sozialen Verhältnisse.

In London sind über 160 Menschen festgenommen worden. Die Polizei machte Trittbrettfahrer und Plünderer verantwortlich und zeigte sich vom Ausmaß der Gewalt schockiert.

Krawalle in London © AP

Randalierer waren nach Polizeiangaben in der Nacht auf Montag in den Bezirken Brixton, Enfield und Walthamstow sowie in Islington und auf der Einkaufsmeile Oxford Street im Stadtzentrum unterwegs. Die Polizei hatte zwar an verschiedene Brennpunkte Verstärkung beordert. Dennoch kam es vielerorts zu Plünderungen. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen am Wochenende 35 Polizisten verletzt. Drei Beamte mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem sie von einem heranrasenden Auto überfahren wurden.

In Brixton plünderten hunderte Menschen einen Elektromarkt, ein Geschäft wurde in Brand gesetzt, an anderen wurden Fensterscheiben eingeschlagen. Auch in Enfield wurden Geschäfte geplündert, zudem sollen zwei Fahrzeuge ausgebrannt sein. Am Montagnachmittag gab es im Stadtteil Hackney weitere Ausschreitungen, als vermummte Jugendliche Gebäude angriffen.

Krawalle in London © EPA

In der Nacht auf Sonntag war bereits der Stadtteil Tottenham von Krawallen erschüttert worden. Auslöser war der Tod des vierfachen Familienvaters Mark Duggan bei einem Polizeieinsatz am Donnerstag. Er wurde von einer Polizeikugel tödlich verletzt, als eine Spezialeinheit ihn im Zuge von Ermittlungen gegen Waffenkriminalität festnehmen wollte.

An der Darstellung der Polizei, wonach der 29-Jährige geschossen habe, wurden am Montag allerdings Zweifel laut. Zeitungsberichten zufolge soll die Kugel, die im Funkgerät eines Polizisten steckte, auch aus einer Polizeiwaffe stammen. Eine unabhängige Untersuchungskommission erklärte am Montag, binnen 24 Stunden Ergebnisse zur Prüfung zum Tod des Mannes vorzulegen. Am Dienstag sollten zudem Ermittlungen zu der Schießerei eingeleitet werden.

Die Problembezirke Tottenham und Brixton waren bereits in den 80er Jahren Schauplatz gewaltsamer Ausschreitungen. Ein Gemeindeaktivist in Tottenham sagte, die derzeitigen Unruhen zeigten deutliche Parallelen zu der Gewalt im Viertel 1985. Die Ausschreitungen seien eine Folge der hohen Arbeitslosigkeit und der aktuellen Kürzungen im Sozialwesen.
 

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