Rebellenführer Umarov bekennt sich

Moskau-Anschlag

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Rebellenführer Umarov bekennt sich

Der Chef der islamistischen Gruppe Kaukasus-Emirat sagte in einer am Montagabend auf der Website kavkazcenter.com veröffentlichten Videobotschaft, er habe den Befehl zu dem Attentat gegeben. Umarow kündigte zugleich weitere Anschläge an. Vergangene Woche hatte Umarow gedroht, das Jahr 2011 werde ein Jahr von "Blut und Tränen" sein. Die Bluttat von Moskau bezeichnete der 46-Jährige als Vergeltung für die "russischen Verbrechen im Kaukasus".



Schon in einer ersten Videobotschaft, die am Sonntag auf derselben Internetseite veröffentlicht worden war, hatte Umarow gesagt, dass radikale Untergrundkämpfer aus dem Nordkaukasus "einen Bruder" zu einer "speziellen Operation" nach Moskau geschickt hätten. Dabei hatte er aber den Flughafen Domodedowo aber nicht ausdrücklich erwähnt.

Bei dem Selbstmordattentat am 24. Jänner in der Ankunftshalle des internationalen Flughafens Domodedowo waren 36 Menschen - darunter zwei österreichische Staatsbürger - getötet und mehr als hundert verletzt worden. Ende Jänner hatten die Ermittler angegeben, bei dem Attentäter handle es sich möglicherweise um einen 20-Jährigen aus dem Nordkaukasus. Dieser habe so viele Ausländer wie möglich töten wollen. Es sei kein Zufall gewesen, dass er sich in der Ankunftshalle für internationale Flüge in die Luft gesprengt habe.

Seit zwei Jahrzehnten ist Doku Umarow auf der Flucht. Immer wieder entkommt der langbärtige Islamistenführer und selbst ernannte "Emir des Kaukasus" in den dicht bewaldeten Tälern der Region seinen Jägern. Und immer wieder schlägt er von dort aus im Herzen des russischen Staats zu - oder vielmehr lässt zuschlagen.

Auf der Liste der meistgesuchten Männer Russlands steht Umarow seit dem ersten Tschetschenien-Krieg 1994, bereits mehrfach wurde er von der russischen Armee fälschlicherweise für tot erklärt. Viele Jahre war der im tschetschenischen Harsenoi geborene gelernte Ingenieur ein Wegbegleiter der führenden Aufständischen. Er kämpfte unter dem damaligen Präsidenten Aslan Maschadow, mit dem er sich später zerstritt, gegen die russischen Truppen. Zwischen den beiden Kriegen, die Moskau gegen die abtrünnige Kaukasus-Republik Tschetschenien führte, versah der 46-Jährige einen Posten im nationalen Sicherheitsrat Tschetscheniens.

Krisenherd Kaukasus

Experten sehen Umarow als Vordenker der Ausbreitung und islamischen Radikalisierung des Aufstandes im Kaukasus. Mit der Ausrufung des "Kaukasus-Emirats" sei das Ziel einer Unabhängigkeit von Moskau Vergangenheit geworden, sagte etwa Alexander Tscherkasow von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial. Umarows Bewegung sei "ausschließlich fundamentalistisch".


 

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