14. August 2009 13:20
Die finnische Reederei des Frachters "Arctic Sea" hat nach Polizeiangaben
Lösegeldforderungen für das vor mehr als zwei Wochen verschwundene Schiff
erhalten. Die Reederei Sol Chart habe eine "Forderung nach Lösegeld"
erhalten, sagte ein Sprecher der finnischen Nationalen Ermittlungsbehörde
NBI am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Von wem die Forderungen stammen
und in welcher Höhe sie liegen, wurde nicht bekannt. Sol Chart war für eine
Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Signal vor Frankreich
Das seit über zwei Wochen unter mysteriösen
Umständen verschwundene Frachtschiff "Arctic Sea" hat nach
Angaben der finnischen Nachrichtenagentur STT am Samstagvormittag plötzlich
ein kurzes Signal gesendet. Laut der Agentur wurde das mutmaßliche Signal
der "Arctic Sea" um 10.08 MESZ vom internationalen
Schifffahrts-Funksystem AIS aufgefangen.
Dem Signal zufolge müsste sich das Schiff derzeit westlich der französischen
Küste, im Golf von Biskaya befinden und mit einer Geschwindigkeit von zehn
Knoten Richtung Südwest unterwegs sein.
Kap Verde
Am Vortag hatte es geheißen, das verschollene und
möglicherweise entführte Schiff, das in den vergangenen Tagen Objekt
zahlreicher Spekulationen war, sei nördlich der Kapverdischen Inseln im
Atlantik gesichtet worden. Diese Angaben wurden aber - wie schon andere
angebliche Sichtungen davor - umgehend dementiert.
Zweites Signal
Um 10.25 sei ein zweites Signal registriert
worden. Das AIS-System wird normalerweise einmal in der Minute aktualisiert.
Eine mögliche Erklärung für die lange Pause könnte laut STT sein, dass das
Schiff sich relativ weit von der Küste entfernt befindet.
Der Chef der in Finnland ansässigen Reederei Solchart, Viktor Matvejev,
einer der Eigentümer des verschwundenen Frachters, sagte, er bezweifle, dass
das Signal wirklich von der "Arctic Sea" komme. Sein Unternehmen
versuche rund um die Uhr, mit allen möglichen Methoden dem Schiff und dessen
Mannschaft in Kontakt zu treten. Dies sei nach wie vor nicht gelungen.