Reparaturen am Hubble-Teleskop gelungen

Schwierige Mission

Reparaturen am Hubble-Teleskop gelungen

Das Weltraumteleskop "Hubble" zu reparieren, gilt als kniffeligste und komplizierteste Aufgabe überhaupt im All, die siebenköpfige Crew des US-Shuttles "Atlantis" hat sie bisher geradezu mit Bravour bewältigt. Am Sonntag gelang es den beiden "Weltraummonteuren" Mike Massimino und Michael Good, einen defekten Spektrographen ("Space Telescope Imaging Spectrograph") instand zu setzen. Dabei mussten die Männer mit ihren klobigen Raumhandschuhen mit insgesamt 111 Schrauben und Halterungen fertig werden, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. "Toller Job, den ihr heute gemacht habt", meinte ein NASA-Mann im Kontrollzentrum in Houston (Texas).

Weltraumspaziergang dauerte über sieben Stunden
Mit Spektrographen lässt sich das Licht von Himmelskörpern analysieren. Aus den Daten kann dann auf ihre Zusammensetzung, Temperatur und Bewegungen geschlossen werden. Erschwert wurde die Reparatur durch eine klemmende Halterung. Nachdem mehrere Anläufen mit verschiedenen Geräten scheiterten, setzen die Männer "einfach etwas mehr Muskelkraft ein", kommentierte ein NASA-Sprecher. Der "Weltraumspaziergang" dauerte insgesamt sieben Stunden und 45 Minuten.

Bereits am Samstag war zwei anderen Astronauten ein wahres Kunststück gelungen. John Grunsfeld und Andrew Feustel schafften es, eine Kamera ("Advanced Camera") weitgehend wieder in Gang zu bringen, für die eine Reparatur im All eigentlich nie vorgesehen war. "Ein großer Tag des Weltraumspaziergangs", kommentierte Shuttle-Kapitän Scott Altmann. Der Einsatz klappte sogar reibungsloser und schneller als geplant. Einziger Wermutstropfen: Eine der drei Kanäle der reparierten Kamera funktionierte zunächst nicht.

"Gehirnoperation" im Weltraum
Die Astronauten bezeichnen solche diffizilen Einsätze gerne als "Gehirnoperationen". Sie gelten als riskant, weil die Astronauten mit den teilweise scharfen und spitzen Geräten ihre Handschuhe oder Weltraumanzüge beschädigen könnten. Am Samstag wurde zudem die "Brille" am Hauptspiegel des Teleskops demontiert, die 1993 die ganze "Hubble"-Mission gerettet hatte.

Das Korrektiv musste seinerzeit angebracht werden, weil "Hubble" zunächst nur verschwommene Bilder lieferte. Schuld daran war ein winziger Fehler im Schliff des Hauptspiegels. Die "Brille" ("Corrective Optics Space Telescope Axial Replacement", COSTAR) schaffte es damals, diesen Makel auszugleichen, so dass "Hubble" später die Welt der Wissenschaft mit spektakulären Ansichten - etwa von kollidierenden Galaxien - in Atem halten konnte.

Am Montag ist der fünfte und letzte Außeneinsatz der "Atlantis"-Mission geplant, bei der die Astronauten vor allem Batterien auswechseln müssen. "Hubble" schwebt seit 1990 im All und kostete bisher 6,9 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro). Wenn bei der Wartungsmission alles klappt, soll das Teleskop bis mindestens 2015 weiterarbeiten.

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