Robert Murat erneut unter Verdacht

Maddie-Entführung

© EPA/LUIS FORRA

Robert Murat erneut unter Verdacht

Die portugiesische Polizei möchte den Verdächtigen Robert Murat zu einer nochmaligen Befragung vorladen. Dies berichtete die britische "Daily Mail" am Dienstag.

Neue Indizien nach Rekonstruktion
Es gebe neue Indizien gegen Murat, nachdem die Polizei einen möglichen Tathergang der Entführung in der Ferienwohnung der McCanns in Praia da Luz nachgestellt hat. Der neue Polizeichef Rebelo habe selbst am Tatort ermittelt. Dort habe er nicht nur Fenster und Fensterläden untersucht, sondern auch alle möglichen Fluchtrouten in Betracht gezogen. Dazu gehört der Fußweg zum gerade einmal 90 Meter entfernten Haus, in dem der 33-jährige Murat mit seiner Mutter wohnt.

Murat, ein britischer Immobilienhändler, war bereits zehn Tage nach Maddies Verschwinden am 3. Mai verdächtigt worden. Er habe sich während der ersten Ermittlungen ständig in der Nähe der McCann-Wohnung aufgehalten und habe der Polizei bei der Arbeit zugesehen. Murat behauptet aber, er sei bloß für Übersetzungen bereitgestanden. Eine erste Hausdurchsuchung habe allerdings keine Verdachtsmomente gegen Murat ergeben.

Ungereimtheiten
Der "Daily Mail" zufolge, habe Polizeichef Rebelo Ungereimtheiten in den Aussagen Murats entdeckt. Er wolle jeden Hinweis neu aufrollen, da er mit der Beweislage nicht zufrieden sei.

Mittlerweile hat Rebelo Verstärkung aus Lissabon angefordert. Darunter gehören zwei Spezialisten für Kindesentführungen, einer für Einbrüche und ein vierter mit dem Spezialgebiet Mord.

Die Pech- und Pannen-Serie geht weiter
Die neuen Spezialisten werden hoffentlich auch neue Impulse einbringen, da die Ermittlungen einen professionelleren Zugang als bisher erfordern.

  • Wie berichtet, haben portugiesische Polizisten bei der Beweissicherung am Tatort geraucht und Spuren verwischt.
  • Zudem seien sie selbst mit dem Mietwagen der McCanns gefahren, noch bevor eine DNA-Untersuchung des Wageninneren vorgenommen wurde.
  • Am Montag kam es zu einer neuerlichen Panne: Der britischen "Sun" zufolge, habe die Polizei den Wagen Murats sichergestellt, um ihn ins kaum 50 km entfernte Labor in Portimao zu bringen. Diesmal seien sie nicht nur wieder selbst im Fahrzeug gesessen, sondern hätten unterwegs auch noch einen Auffahrunfall gehabt. Eine Seite des VW Passat sei der ganzen Länge nach zerkratzt.

"Absolut falsches Vorgehen"
Der ehemalige Scotland Yard-Beamte Hamish Brown zur "Sun": “Das widerspricht allen Regeln der Ermittlung. Ein absolut falsches Vorgehen! Jeder Mensch, der das Fahrzeug betritt hinterlässt selbst Spuren und erschwert somit die Untersuchung!" In solchen Fällen werden beschlagnahmte Fahrzeuge versiegelt und auf Tieflader transportiert.

Freunde des Ehepaars weisen Vorwürfe zurück
Die sieben Freunde, die mit Kate und Gerry McCann am Abend von Maddies Verschwinden in einem Tapas-Restaurant zu Abend gegessen hatten, wiesen nach Berichten der britischen Boulevardzeitung "Sun" Gerüchte zurück, sie hätten zum Schutz der McCanns wichtige Details verschwiegen. Es gebe keinen "Schweigepakt" oder irgendwelche Heimlichtuerei, sondern nur den Wunsch, bei der Suche nach Madeleine zu helfen, ließen die Freunde über Mitchell erklären. "Das äußert sich dadurch, dass wir nichts sagen oder tun, was in irgendeiner Form die Ermittlungen behindern würde", heißt es in der Erklärung.

Die Freunde betonen demnach, die portugiesische Polizei selbst habe sie gebeten, nicht öffentlich über den Fall zu sprechen. "Wir haben immer versucht, dieser Bitte nachzukommen und die Geheimhaltungsvorschriften der portugiesischen Justiz zu respektieren", heißt es.

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