Schockierende Walfang-Bilder veröffentlicht

Japan verärgert

 

Schockierende Walfang-Bilder veröffentlicht

Diese Bilder schockieren die Welt: Ein ausgewachsener Wal und ein Babywal werden an ihren Schwänzen festgebunden und an Bord eines japanischen Walfangschiffes gezogen. Man sieht Eingeweide, die durch eine Harpunenwunde aus dem Körper des Jungtieres heraushängen.

walfang

Auf einem Bild sieht man die Rückseite eines Schiffs, auf dem ein Transparent angebracht ist, auf dem zu lesen ist, dass hier legale Forschung unter Berufung auf die ICRW (Internationale Tagung zur Regulierung des Walfangs) ausgeführt werde.

Die Fotos wurden von einem australischen Fischerei- und Zoll-Kontrollschiff aufgenommen. Das Schiff wurde in das Eismeer geschickt, um Beweise zu sammeln. Die australische Regierung hatte zunächst abgelehnt die Bilder zu veröffentlichen, um Japan, den zweitwichtigsten Handelspartner, nicht zu verärgern. Beide Länder hatten vereinbart, dass die ablehnende Haltung der australischen Regierung gegenüber dem Walfang die "diplomatischen Verhandlungen nicht beeinflussen" solle.

Die australische Regierung erwägt nun eine Klage vor einem internationalen Tribunal. Innenminister Bob Debus nannte die Bilder "schockierend". Möglicherweise würden sie für eine Anklage verwendet. Der australische Premierminister Kevin Rudd versprach, die Bemühungen der Regierung zu verstärken, den Walfang zu stoppen.

Schmerzhafter Tod
Der australische Umweltminister Peter Garrett reagierte enttäuscht: "Es ist so schmerzlich, wenn man sich klar macht, dass es nach einem Harpuneneinstich bis zu 15 Minuten dauern kann, bis ein Wal gestorben ist". "Es ist noch trauriger, wenn man bedenkt, dass auch ein Kalb betroffen ist." Nach Meinung von Experten ist das Jungtier weniger als ein Jahr alt. Garrett: "Sie nennen es Wissenschaft, aber in Wahrheit tötet es die Wale."

Japan: "emotionale Propaganda"
Die Veröffentlichung der Bilder führte nun zu Verärgerung in Japan: Die japanische Fischereibehörde warf Australien vor, gezielt öffentliche Empörung zu schüren. "Die Außenminister beider Länder hatten sich kürzlich darauf verständigt, das Thema Wale ruhig zu behandeln", sagte ein Beamter der Behörde. "Solche Bilder zu veröffentlichen, ist problematisch, weil sie Emotionen hervorrufen."

Das japanische Institut für Walforschung, das den Walfang ausführt, warf der australischen Regierung gezielte Irreführung vor. Die beiden fotografierten Wale gehörten nicht zusammen. "Es sind nicht eine Mutter und ihr Kalb, wie behauptet wurde", sagte Minoru Morimoto, der Generaldirektor des Instituts. "Die Bilder der australischen Regierung und die Medienberichte sind gefährliche emotionale Propaganda, die das Verhältnis der beiden Länder ernsthaft beschädigen können."

Umweltschützer empört
Umweltorganisationen reagierten empört auf die Bilder: Steve Shallhorn von Greenpeace sagte, die Fotos bekräftigten, dass es Japan gleichgültig sei, ob seine Walfänger Walmütter und deren Jungen töteten. "Nun hat die australische Regierung ihre eigenen Beweise für die Waljagd", sagte Shallhorn. "Wir erwarten, dass sie nun vor der Internationalen Walfangkommission aktiv werden."

"Wir wollen so schnell wie möglich zurück und wir werden alles unternehmen, um sie daran zu hindern noch mehr Wale zu töten", sagte Tom Baldwin, Sprecher der Umweltorganisation.

Japan hält trotz internationaler Kritik am Walfang fest. Die Jagd auf die Meeressäuger ist in Japan zu wissenschaftlichen Zwecken gestattet: Mit dem Wissenschaftsargument bedient sich die Regierung eines Schlupflochs im Walfang-Moratorium von 1986. Zugleich macht Tokio keinen Hehl daraus, dass das Walfleisch letztlich in die Supermarktregale des ostasiatischen Landes kommt. Japan plant während des Antarktischen Sommers insgesamt 1000 Mink- und Finnwale zu jagen. In den letzten 20 Jahren haben japanische Walfangschiffe rund 7000 Minkwale getötet.

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