09. Mai 2009 10:56
Die Schweinegrippe ist weltweit weiter auf dem Vormarsch. Erstmals wurde am
Freitag auch aus Kanada ein Todesfall im Zusammenhang mit der Epidemie
gemeldet. Bei einer etwa 30 Jahre alten Frau, die Ende April gestorben war,
wiesen die Gesundheitsbehörden das Virus H1N1 nach. Allerdings habe die Frau
schon vorher chronische Gesundheitsprobleme gehabt, teilte die
Gesundheitsbehörde der Provinz Alberta nach Angaben des kanadischen
Fernsehsenders CBC mit.
Bisher sind 44 Menschen nachweislich an der Schweinegrippe gestorben.
Weltweit wurden über 3200 Infektionen registriert, 90 Prozent davon in den
nordamerikanischen Ländern Mexiko, USA und Kanada. In Deutschland sind 11
Fälle bestätigt.
224 Schweinegrippe-Fälle in Kanada
Ob die Frau in Kanada
tatsächlich an der Schweinegrippe starb, konnte nicht mit letzter Sicherheit
gesagt werden. "Es ist nicht klar, bis zu welchem Grad H1N1 zu ihrem Tod
beigetragen oder nicht beigetragen hat", erklärte der oberste
Gesundheitsbeamte der Provinz Alberta, André Corriveau. Insgesamt gab es in
Kanada bis zum Freitag 224 bestätigte Fälle von Schweinegrippe.
In den USA kletterte die Zahl der Erkrankungen laut der nationalen
Seuchenbehörde CDC am Freitag auf 1639; am Vortag waren es noch knapp 900.
Die CDC führt den rapiden Anstieg aber nicht nur auf die weitere Ausbreitung
des Grippevirus zurück. Es habe zudem eine ganze Reihe von Verdachtsfällen
gegeben, die mehrere Tests erfordert hätten, hieß es. Die Ergebnisse seien
nun innerhalb kurzer Zeit eingetroffen.
Erkrankte auch in Australien
Erstmals wurde auch in Australien
ein Fall von Scheinegrippe bestätigt. wie die Gesundheitsbehörde des
Bundesstaates Queensland am Samstag mitteilte, wurde das neue H1N1-Virus bei
einer Frau nachgewiesen, die in der vergangenen Woche aus Kalifornien nach
Brisbane zurückgekehrt war. Sie sei "schwach positiv" getestet worden,
mittlerweile aber voll genesen, hieß es. Die Frau hatte sich nach ihrer
Rückkehr wegen Grippesymptomen bei den Behörden gemeldet.
Kein Unterricht in Mexiko
Während im übrigen Mexiko inzwischen
die Schulen und Universitäten ihren Betrieb wieder aufgenommen haben,
verlängerten die Bundesstaaten Jalisco und Guerrero am Freitag die
schulfreie Zeit um eine Woche, um eine weitere Ausbreitung der
Schweinegrippe zu verhindern. In Jalisco waren drei Menschen gestorben, die
möglicherweise mit dem neuen Virus infiziert waren.
In Guatemala wurde nach Bekanntwerden neuer Infektionsfälle eine erhöhte
Alarmbereitschaft ausgerufen. Präsident Álvaro Colom sagte alle Termine für
das Wochenende ab. Er forderte die Provinzregierungen sowie Städte und
Gemeinden auf, alle öffentlichen Veranstaltungen zu verschieben. Auch aus
Panama wurde ein neuer Grippefall gemeldet. Dabei handelt es sich den
Angaben der Behörden zufolge um einen jungen Mann, der aus den USA
eingereist war. Er sei aber nicht in Lebensgefahr, hieß es
Aufregung um falsche Krankenschwester
Unterdessen sorgt eine
falsche Krankenschwester in Kolumbien für Schlagzeilen, die mehr als 100
Schülern und Lehrern unter dem Vorwand, es handele sich um eine Impfung
gegen Schweinegrippe, eine unbekannte Substanz gespritzt hat.
Die Frau habe sich in der Landwirtschaftsschule der Kleinstadt Marsella als
Mitarbeiterin des regionalen Gesundheitsamtes vorgestellt, teilten die
Behörden mit. Erst nach Ende der Aktion kamen der Schulleitung Bedenken und
die Frau wurde festgenommen. Medien berichteten, sie habe sich an ihrem
Ex-Liebhaber, einem Lehrer der Schule, rächen wollen.