Schwere Vergiftungen bei Chemieunfall in München

Giftgase

Schwere Vergiftungen bei Chemieunfall in München

Zwei Wissenschafter sind bei einem missglückten chemischen Experiment, durch das am Freitagabend in einem Labor der Technischen Universität in Garching bei München das hochgiftige Gas Phosgen ausgetreten war, offenbar schwer vergiftet worden. Sie waren am Samstagmittag bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wenig später wurden sie jedoch mit Atembeschwerden wieder eingeliefert gebracht - diesmal auf die Intensivstation.

Schwere Vergiftungen der Atemwege
Die beiden Forscher würden mit Medikamenten und Sauerstoff behandelt, sagte der behandelnde Toxikologe Thomas Zilker am Sonntag. Es sei absehbar, dass sie noch bis zu einer Woche im Krankenhaus bleiben müssten. Sie hätten durch das Phosgen schwere Vergiftungen der Atemwege erlitten. Bleibende Schäden seien unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Phosgen kann im schlimmsten Fall durch Wasseransammlungen in der Lunge zum Tod führen. Im Ersten Weltkrieg wurde es als Kampfstoff mit Gasgranaten verschossen.

Das Experiment
Bei dem Experiment hatten die Wissenschafter und ein ebenfalls daran teilnehmender Praktikant am Freitagabend plötzlich einen fauligen Geruch und ein Stechen im Hals bemerkt. Sie brachen den Versuch sofort ab und brachten sich in Sicherheit. Wie es zu dem technischen Defekt kommen konnte, war zunächst unklar. Das komplette Fakultätsgebäude, in dem sich aufgrund der Semesterferien nur 40 Menschen befanden, wurde evakuiert.

Am Montag könne voraussichtlich der normale Betrieb in dem Gebäude wieder aufgenommen werden, erklärte die Universitätssprecherin. Die Kriminalpolizei München nahm Ermittlungen auf. Es werde untersucht, ob fahrlässig gehandelt worden sei, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

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