Seuchengefahr in Burma wächst

Nach Zyklon Nargis

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Seuchengefahr in Burma wächst

Zehn Tage nach dem Wirbelsturm in Burma beugt sich das Militärregime dem wachsenden internationalen Druck und erlaubt die Landung von Flugzeugen mit Hilfsgütern aus dem Ausland.

Trinkwasser und Decken
An Bord einer US-Militärmaschine vom Typ C-130 waren vor allem Trinkwasser, Decken und Moskito-Netze. Die Versorgungsgüter sollen mit Hubschraubern der burmesischen Luftwaffe in die am schwersten betroffene Region des Irrawaddy-Deltas gebracht werden. Zwei weitere US-Flüge wurden für Dienstag angekündigt. Eine Erlaubnis für eine umfassende Hilfsaktion der USA liege noch nicht vor, werde aber geprüft, sagte der Kommandant der US-Streitkräfte im Pazifik, Admiral Timothy Keating.

Medikamente gegen Durchfall
Auch zwei Flugzeuge aus Frankreich landeten am Montag in Rangun. An Bord waren Medikamente und Gerät der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) und Medecins du Monde. Lastwagen sollen die Hilfsgüter in das Irrawaddy-Delta bringen, darunter auch Arzneimittel zur Behandlung von Durchfallerkrankungen.

Schutz in Klöstern
Dort haben hunderte Menschen in Klöstern Schutz gesucht, wo sie auf dem Fußboden schlafen. Andere übernachten im Freien und trinken schmutziges Wasser, das mit Fäkalien oder Kadavern verseucht war. "Bisher haben wir genug Wasser, weil wir Regen aufgefangen haben", sagte der Abt eines Klosters in Pyapon. "Aber wir haben nichts mehr zu essen."

Über 100.000 Todesopfer befürchtet
Die Zahl der Toten nach dem Zyklon "Nargis" stieg unterdessen nach amtlichen Angaben auf 31.938. Fast ebenso viele Menschen gelten noch als vermisst. Catherine Bragg vom Generalsekretariat der Vereinten Nationen sagte, die tatsächliche Zahl der Todesopfer liege vermutlich zwischen 62.000 und 100.000 "oder womöglich noch höher".

Drei Österreicher in Burma
Das Österreichische Rote Kreuz schickt am Mittwoch drei Trinkwasserspezialisten in das Katastrophengebiet. Teamleader ist der 48-jährige Tiroler Herbert Thaler. Mit ihm bleiben Barbara Rouchouze (30) aus Wien und der jährige Oberösterreicher Gottfried Staufer (46) sechs bis acht Wochen in Burma.

Ein Salzburger Offizier des Roten Kreuzes beteiligt sich unterdessen mit seinem logistischen Know-how am Hilfseinsatz. Gregor Palfy (37) reist mit einem Kollegen des Roten Kreuzes von Wien nach Berlin-Schönefeld. Dort übergeben sie dem deutschen Roten Kreuz den zweiten Teil des Equipments für eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage. Der erste Teil wurde bereits mit einem Lkw nach Deutschland transportiert.

"Katastrophe hat gerade erst begonnen"
"Die Lage ist noch viel dramatischer, als wir bisher angenommen haben. Die Katastrophe nach der Katastrophe hat gerade erst begonnen." Das sagte Sabine Wartha, Leiterin des Krisenstabs der Caritas Österreich zur Lage. Wer verseuchtes Wasser getrunken hat, leidet an Durchfall oder Schlimmerem. Besonders das Leben der Kinder ist bedroht.

Laut UNICEF stehen viele Kinder im Katastrophengebiet unter Schock. "Die Kinder leben unter physisch wie psychisch extrem belastenden Bedingungen", warnte der örtliche UNICEF-Leiter Ramesh Shresta. Nach UN-Schätzungen sind 40 Prozent der Bevölkerung in den verwüsteten Gebieten Kinder und Jugendliche.

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