Sex mit drei Kinder: Vater vor Gericht

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Sex mit drei Kinder: Vater vor Gericht

Die Vorwürfe gegen einen Familienvater aus dem deutschen Westerwald sind ungeheuerlich: Er soll über mehr als zwei Jahrzehnte eine leibliche Tochter, eine Adoptivtochter und einen Adoptivsohn sexuell missbraucht haben. Dabei soll er mit seiner Stieftochter acht Kinder gezeugt und zudem die beiden jungen Frauen für Sex an Männer verkauft haben. Ab morgen, Dienstag, steht der 48-Jährige aus dem kleinen Ort Fluterschen vor dem Landgericht Koblenz. Bisher streitet er alles ab.

Der Mann sitzt seit August 2010 in Untersuchungshaft. Die Adoptivtochter hatte einen Brief seiner 18-jährigen leiblichen Tochter an das Jugendamt geschickt und damit die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Der Fall weckte Erinnerungen an den Österreicher Josef F., der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies vergewaltigte und dabei sieben Kinder zeugte. Er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

Dem 48-Jährigen aus dem Kreis Altenkirchen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Staatsanwaltschaft und Nebenklage haben zudem Sicherungsverwahrung beantragt. Angeklagt sind unter anderem Fälle von sexuellem Missbrauch Schutzbefohlener und die Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger von Herbst 1987 bis zum Sommer 2010. Insgesamt geht es um 350 Taten.

Gutachten haben nach Angaben des Landgerichts schon zu 99,99 Prozent die Vaterschaft des Angeklagten bei sieben Kindern der 28 Jahre alten Stieftochter erwiesen. Ein erstes der insgesamt acht Kinder war kurz nach der Geburt gestorben.

Zur Frage, wie der Missbrauch über so lange Zeit möglich war, sagte die Stieftochter: "Das ist für Außenstehende schwer zu verstehen. Das hat mit der Psyche und den Zwanghaftigkeiten zu tun gehabt." Nach Einschätzung des Opferhilfe-Vereins "Weißer Ring" ist der psychische Druck eines Täters auf Opfer in der Familie enorm.

Die vielköpfige Familie des Angeklagten und seiner 52 Jahre alten Ehefrau lebte in einem Haus mitten in der 750-Einwohner-Gemeinde Fluterschen. Das Jugendamt vermutete schon früher, dass der 48-Jährige auch Vater der Kinder seiner Stieftochter sein könnte, doch die 28-Jährige habe dies früher stets abgestritten, hieß es bei der Behörde. Und: "Wir ahnten nichts von dem, was die Vorwürfe nun sagen", sagte Jugendamtsleiter Hermann-Josef Greb.

Ein Ermittlungsverfahren gegen den 48-Jährigen wegen sexueller und tätlicher Angriffe auf seine Kinder wurde 2002 eingestellt. Kinder und Mutter beriefen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Und andere Beweise gab es laut Staatsanwaltschaft damals nicht. Der tyrannische Vater soll daheim oft geprügelt haben. Die Mutter der 28-Jährigen will laut der Ermittlungsbehörde aber nichts vom Missbrauch bemerkt haben. Bisher wird nicht gegen sie ermittelt.

Das Gericht hat vorerst bis Ende Februar fünf Verhandlungstermine angesetzt. Für die ersten drei Prozesstermine am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind die drei Opfer, die auch Nebenkläger sind, als Zeugen geladen. Die Stieftochter sagte, sie hoffe auf ein Geständnis des Angeklagten, "um uns diesen Weg auch etwas zu erleichtern".

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