Sexualverbrecher ging Internet-Fahndern ins Netz

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Sexualverbrecher ging Internet-Fahndern ins Netz

Der seit zwei Jahren aufgrund von Internet-Fotos gesuchte Mann namens Wayne C. arbeitete als Schauspieler und trat auf Weihnachtsfeiern von Banken und anderen Unternehmen in New York als "Santa Claus" auf.

"Das brachte ihn regelmäßig mit Kindern in Kontakt", sagte Interpol-Chef Ronald Noble. Bei den Behörden im US-Staat New Jersey, wo C. am Donnerstag kurz nach Mitternacht in seinem Haus in Union City festgenommen wurde, lag nichts gegen den Verdächtigen vor. Der Schauspieler soll aber in Südostasien kleine Buben im Alter von sechs bis zehn Jahren missbraucht haben. Interpol ermittelt in drei konkreten Fällen.

Fahndung mit seinen eigenen Fotos
Der 58-Jährige wurde weltweit mit Hilfe von Fotos gesucht, die die Polizei in Norwegen 2006 beschlagnahmt hatte. Die Identität des Gesuchten konnte damals nicht ermittelt werden - Interpol führte ihn daher als "Mr. IDent". Am Dienstag ging die Polizeibehörde an die Öffentlichkeit, weil zu befürchten war, dass der Gesuchte weiterhin Verbrechen an Kinder begehen könnte. Bereits innerhalb von 24 Stunden gingen 460 Hinweise ein. Die meisten davon führten in die USA.

Ohne das Internet hätte der Mann die Fotos zu seinen Taten nicht so weit verbreiten können, sagte Interpol-Generaldirektor Noble. "Aber ohne das Internet hätten wir den Kerl auch nicht gekriegt." Er hoffe, dass sich jetzt andere Verdächtige vielleicht Gedanken machten, ob sie sich nicht besser den Behörden stellen sollten.

Fotos wurden bei anderen Pädophilen gefunden
Auf den sechs veröffentlichten Bildern ist ein Mann zwischen 40 und 50 Jahren mit heller Haut, kurzen, blonden Haaren und Brille zu sehen. Die Fahnder stießen 2006 zum ersten Mal auf den mutmaßlichen Kinderschänder; die Fotos seien auf der Festplatte eines Pädophilen in Norwegen entdeckt worden, sagte Kirstin Kvigne vom Interpol-Hauptquartier in Lyon.

C. wird beschuldigt, mindestens drei Buben aus Südostasien sexuell missbraucht zu haben. Die Kinder sollen sechs bis zehn Jahre alt gewesen sein. Einige der sichergestellten Fotos zeigen den Verdächtigen offenbar dabei, wie er sich an den Kindern vergeht.

Es war erst das zweite Mal, dass Interpol mit Fotos nach einem Pädosexualtäter gesucht hat. Im Oktober vergangenen Jahres war der 32-jährige Lehrer Christopher N. in Thailand festgenommen worden - nur elf Tage, nachdem Interpol die erste Foto-Fahndung gestartet hatte. Der Kanadier hatte sein Gesicht auf den digitalen Fotos unkenntlich gemacht. Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) gelang es aber, die Manipulationen rückgängig zu machen und so das Aussehen des Mannes zu rekonstruieren. Damit konnte er umgehend identifiziert werden. Im März begann der Prozess wegen Verdachts auf Missbrauch eines neun Jahre alten Buben.

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