Straftäter schlich sich als Bub in Schule

US-Sexskandal

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Straftäter schlich sich als Bub in Schule

Ein rund 30-jähriger verurteilter Sexualstraftäter im US-Staat Arizona hat als Kind verkleidet vier Schulen besucht - und kein Lehrer merkte etwas. Er flog schließlich dank einer Schulpsychologin auf, die fand, dass er für einen 12-Jährigen denn doch etwas groß war, wie die "Washington Post" am Sonntag berichtete. Dann wurde der heute 29-jährige Neil Rodreick am 18. Jänner schließlich festgenommen. Dabei fiel der Polizei auf, dass aus der dicken Schminke Bartstoppeln ragten.

Drei weitere Männer verhaftet
Zusammen mit Rodreick wurden drei Männer verhaftet, mit denen er zusammenlebte. Zwei von ihnen soll er mit Hilfe einer Kinderporno-Webseite kontaktiert und sich dabei selbst als Bub ausgegeben haben. Nach Medienberichten glaubt die Polizei, dass sie ihn tatsächlich für einen 12-Jährigen hielten und somit davon ausgingen, dass sie mit einem Kind Sex hatten. Auf diese Weise soll Rodreick sie auch dazu gebracht haben, bei der jeweiligen Schulanmeldung als Erziehungsberechtigte für ihn zu posieren. Wann ihnen aufging, dass er ein Mann war, blieb zunächst unklar.

Alle vier Männer wurden am Freitag in Yavapai County in Arizona unter anderem wegen Kinderpornografie, Fälschung und Betruges angeklagt. Werden sie in allen Punkten schuldig gesprochen, drohen ihnen jeweils 100 Jahre Haft.

1996 als Sexualtäter verurteilt
Den Berichten zufolge, die sich auf Gerichtsunterlagen stützen, wurde Rodreick 1996 in Oklahoma wegen unsittlicher Anträge an ein Kind ins Gefängnis geschickt. Die Zelle teilte er mit Brian Nellis (heute 34 Jahre alt), ebenfalls ein verurteilter Sexualtäter. Nach seiner Entlassung aus der Haft kontaktierte Rodreick als angebliches Kind per Internet erwachsene Männer. Zwei von ihnen, Robert Snow (44) und Lonnie Stiffler (61), bissen an, trafen den als Buben verkleideten Rodreick in einem Motel in Oklahoma und nahmen ihn dann nach Arizona mit. Dort lebten sie mit Nellis als viertem im Bunde zunächst in einem Trailerpark.

Dabei achtete Rodreick den Berichten zufolge stets darauf, dass sein Körper kahl geschoren war. Er trug außerdem dicke Schminke wie sie im Rampenlicht stehende Bühnenstars benutzen. Zugute kam ihm dabei, dass er Hautunreinheiten hatte - wie oft ein Teenager, und genauso kleidete er sich auch, unter die Hüften rutschende "baggy" Jeans etwa hatte er häufig an.

Gefälschte Anmeldeunterlagen
Im Sommer 2005 wurde Rodreick dann unter dem Namen "Casey" von Snow erstmals in einem Bezirk in eine so genannte Charter School eingeschrieben. Das sind unabhängige alternative Schulen - mit weniger behördlicher Aufsicht als die regulären, wie die Sextäter den Medienberichte zufolge wohl hofften. Tatsächlich saß "Casey" sieben Tage lang im Klassenzimmer und wurde dann nur deshalb von Snow aus der Schule genommen, weil der Leitung Ungereimtheiten in den gefälschten Anmeldeunterlagen aufgefallen waren.

Ein Jahr später besuchte der Mann - diesmal als "Casey Price" - mehrere Wochen lang eine Charter-Schule in einem anderen Bezirk. "Es gab nichts, was ihn von anderen Schülern der siebten Klasse unterschieden hätte", zitiert die "Washington Post" Schulsprecherin Rhonda Cagle. "Wir hatten Schüler in der Klasse, die noch größer waren als er."

Nach einem weiteren Schulwechsel ging es dann dem von der Polizei als "Sexring" bezeichneten Quartett beim vierten Streich an den Kragen. Als Stiffler "Casey" bei einer Charter-Schule in Prescott Valley anmelden wollte, wurde Psychologin Julie Bradshaw den Medienberichten zufolge stutzig.

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