13. Februar 2009 10:50
Der Autohersteller Porsche testete einen geheimen Protoypen eines Porsches
auf der Autobahn in Deutschland. Der Testfahrer verunglückte in dem
Super-Sportwagen tödlich bei Weiterstadt auf der A5 von Frankfurt nach
Heidelberg.
Der Unfall passierte, als der Wagen aus der Autobahnauffahrt heraus voll
beschleunigte und ins Schleudern geriet. Im Bereich der Unfallstelle habe es
keine Geschwindigkeitsbegrenzung gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die
Autobahn in Richtung Süden musste wegen den Bergungsarbeiten, die bis etwa 7
Uhr andauerten, zeitweise voll gesperrt werden. Davon betroffen war auch der
Gegenverkehr in Richtung Frankfurt.
Zweiter Testfahrer konnte noch ausweichen
Ein Porsche-Sprecher
bestätigte, dass der Verunglückte im Auftrag des Unternehmens unterwegs war. "Er
war einer der erfahrensten Testfahrer", sagte der Sprecher. Der
51-Jährige aus dem Entwicklungszentrum des Sportwagenbauers in Weissach bei
Böblingen sei 25 Jahre lang Testfahrer für die Stuttgarter gewesen. Die
Fahrt habe am Donnerstagabend um 22 Uhr begonnen und sollte am Freitagmorgen
um 6 Uhr enden, hieß es weiter.
Bei dem Unfallfahrzeug handelte es sich dem Sprecher zufolge um einen 911er
Cabriolet-Prototypen der nächsten Generation. Ein zweiter Testfahrer von
Porsche, der dem Unfallfahrzeug in einem viertürigen Prototyp des Panamera
gefolgt war, konnte offenbar noch rechtzeitig ausweichen und anhalten.
Kein Hochgeschwindigkeitstest
Die Fahrer seien nachts unterwegs
gewesen, weil es sich um einen Straßendauerlauftest gehandelt habe, sagte
der Porsche-Sprecher. Es sei kein Hochgeschwindigkeitstest gewesen. "So
etwas führen wir nicht auf öffentlichen Straßen durch",
betonte der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt schaltete zur Klärung
der Unfallursache einen Gutachter ein. Die Polizei gab den Schaden in einer
ersten Schätzung mit mehreren zehntausend Euro an.
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In der Vergangenheit sorgten Unfälle von Testfahrern auf öffentlichen
Straßen immer wieder für Aufsehen. So wurde im Jahr 2004 ein
Mercedes-Testfahrer verurteilt, der auf der A5 zwischen Karlsruhe und
Bruchsal mit Tempo 220 bis 250 auf einen Kleinwagen zugerast war und
die Fahrerin dabei so erschreckt hatte, dass sie ins Schleudern kam
und auf einen Baum am Straßenrand prallte. Bei dem Unfall kamen die
21-Jährige und ihre zweijährige Tochter ums Leben. Der Mann erhielt
ein Jahr Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe. Er selbst bestritt,
zum fraglichen Zeitpunkt am Unfallort gewesen zu sein.
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Foto: (c) APA