Tochter -

Wo Weihan tot

© AP

Tochter - "Ein totaler Schock!"

ÖSTERREICH: Wann haben Sie die Nachricht von der Hinrichtung ihres Vaters erhalten?

Chen Ran: Am Freitag um 5 Uhr Nachmittag von der österreichischen Botschaft.

ÖSTERREICH: Wie reagierten Sie?

Chen: Ein totaler Schock, es ist so unglaublich. Das chinesische Außenministerium hat eine Stunde vor der Todesnachricht erklärt, dass wir noch ein Besuchsrecht zu unserem Vater erhalten, weil meine Schwester Chen Di aus Österreich angereist ist. Wir haben große Hoffnung gehabt, dass das ein Zeichen sein könnte, dass sich die Sache noch umdreht, dass wir uns zumindest verabschieden können. Wir wurden getäuscht.

ÖSTERREICH: Sie konnten Ihren Vater noch besuchen, wie ging es ihm?

Chen: Er war so hoffnungsvoll und hat immer wieder gesagt, er vertraue auf das chinesische Rechtssystem. Dabei saß er schon seit vier Jahren in der Todeszelle. Er hat uns Mut gemacht. Nach dem Besuch war ich so glücklich, weil er lebte.

ÖSTERREICH: Was nun?

Chen: Wir sind so wütend, die chinesische Regierung kann Menschen so nicht behandeln. Ist es nicht genug, dass sie einen Mann nach einem Prozess ohne Anwalt hinrichten, mit erzwungenem Geständnis? Sie haben die Familie leiden lassen, sie haben auch uns bestraft. Mein Vater ist tot und genauso tot ist auch unsere Glaube an das chinesische Rechtssystem.

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