18. November 2009 12:16
Die in Australien getrennten siamesischen Zwillinge Trishna und Krishna
haben die Marathon-Operation gut überstanden. Es gebe vorerst keine
Anzeichen für Hirnschäden, sagte der Chefchirurg des Kinderkrankenhauses in
Melbourne, Leo Donnan, am Mittwoch. Die fast dreijährigen Mädchen aus
Bangladesch wurden noch in einem künstlichen Koma gehalten und beatmet.
Die Ärzte wollten mit Ultraschallaufnahmen des Gehirns noch warten, bis die
Kleinen sich ein bisschen von den Strapazen der mehr als 25-stündigen
Operation erholt haben. Ein Team von 16 Ärzten hatte sie am Montag getrennt.
"Endgültig zeigt sich erst, wie es ihnen geht, wenn sie aufwachen, und wir
sehen, wie sie sich gegenüber den Leuten, die sie kennen, verhalten", satte
Donnan. Wie die Schwestern reagieren, wenn sie sich das erste Mal in ihrem
Leben richtig anschauen können, sei auch ungewiss. "Ob sie überrascht sein
werden oder schockiert - wir wissen es nicht", meinte er.
Hirnschaden wahrscheinlich
Die Bettchen der beiden seien so eng
zusammengestellt worden wie möglich. Die Chance, dass beide ohne Hirnschaden
davon kommen, schätzte er nach wie vor auf nur 25 Prozent. Zudem hätten die
Kinder Nierenprobleme, und andere Organe funktionierten nicht einwandfrei.
Beide Kinder hätten noch einen schwierigen Weg vor sich, betonte Donnan. Im
Moment sei die größte Gefahr eine Infektion an der großen Kopfwunde.
Moira Kelly, die die Kinder vor mehr als zwei Jahren in einem Waisenhaus in
Bangladesch fand und zur Operation nach Australien brachte, war von
Emotionen überwältigt. "Unglaublich, diese beiden wunderbaren kleinen
Menschen in zwei getrennten Bettchen zu sehen", sagte sie Reportern vor dem
Krankenhaus.