US-Arzt handelte mit Leichenteilen

Mio-Geschäft

 

US-Arzt handelte mit Leichenteilen

In New York muss sich seit Mittwoch ein ehemaliger Zahnarzt vor Gericht verantworten, der mit illegal entnommenen Leichenteilen Millionengeschäfte gemacht haben soll. Der 44-jährige Michael Mastromarino wurde in Handschellen dem Gericht in Brooklyn vorgeführt. Nach Angaben seines Anwalts ist er unter bestimmten Bedingungen zu einem Geständnis bereit.

Mehr als 1000 Leichen geschändet
Mastromarino wurde 2006 zusammen mit drei Komplizen angeklagt. Die vier sollen Körperteile von mehr als tausend Leichen entnommen und für viel Geld verkauft haben. Totenscheine und Organspenderausweise sollen die Angeklagten gefälscht haben. Unter den Toten, bei denen sie sich bedient haben sollen, ist auch der ehemalige BBC-Hörfunkjournalist Alistair Cooke.

Cooke war 2004 im Alter von 95 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Die Beschuldigten hatten aber die von ihm gestohlenen Körperteile so deklariert, als stammten sie von einem gesunden 85-Jährigen, der an Herzversagen starb. Um ihre kriminellen Machenschaften zu kaschieren, versteckten die Beschuldigten sogar Beweismaterial wie OP-Handschuhe oder Schürzen in den aufgeschnittenen Leichen, bevor sie die Körper wieder zunähten. Entnommene Knochen ersetztzen sie durch PVC-Rohre, damit die Leichen bei der Beerdigung äußerlich normal aussahen. Über fünf Jahre sollen sich die Beschuldigten an 1077 Leichen bedient haben.

Wie im "billigen Horrorfilm"
Der Bezirksstaatsanwalt von Brooklyn, Charles Hynes, sagte, die Vorfälle erinnerten an "einen billigen Horrorfilm". "Aber für die tausenden Angehörigen der Toten, an deren Körperteilen sich die Angeklagten bereicherten, und für die Empfänger dieser Teile war das kein schlechter Film. Das war die Realität." Neben Mastromarino sind ein Bestattungsunternehmer aus Brooklyn und zwei Angestellte des Ex-Zahnarztes angeklagt. Mastromarino hatte in New Jersey eine Firma für den Handel mit menschlichem Gewebe geführt.

Bei ihrer Anklage hatten die Beschuldigten die Vorwürfe bestritten. Mastromarinos Anwalt Mario Gallucci sagte am Mittwoch während der kurzen Anhörung, sein Mandant sei nun bereit, das Angebot des Bezirksstaatsanwaltes anzunehmen und seine Schuld einzugestehen. Der Staatsanwalt hatte angeboten, im Falle eines Schuldeingeständnisses des Hauptangeklagten eine Haftstrafe zwischen 18 und 54 Jahren zu fordern anstelle einer lebenslangen Haft. Nach der Vereinbarung soll der Hauptangeklagte bei weiteren Ermittlungen zu den Käufern der Körperteile helfen. Der Richter vertagte die Anhörung auf den 27. Februar. Die Verteidigung hatte sich mehr Zeit für die Prüfung der Lage der Angehörigen der betroffenen Toten erbeten.

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