US-Senator Kennedy am Gehirn operiert

Eingriff erfolgreich

© Reuters

US-Senator Kennedy am Gehirn operiert

Der Eingriff sei "erfolgreich" verlaufen, erklärte Doktor Allan Freidman vom Duke University Medical Center im Bundesstaat Nord Carolina. Die dreieinhalbstündige Operation sei aber erst der erste Schritt in der Behandlung des Politikers gewesen. Nach einer kurzen Erholung werde sich Kennedy einer Strahlen- und Chemotherapie unterziehen, hieß es weiter. Die Nachricht von der Krebserkrankung des 76-Jährigen hatte das politische Washington vor zwei Wochen erschüttert.

Ärzte glauben nicht an Heilung
Kennedy hatte vor dem Eingriff bereits seine Rückkehr in die Politik angekündigt. "Ich freue mich darauf, in den US-Senat zurückzukehren und alles mir Mögliche zu tun, um zu helfen, dass Barack Obama zu unserem nächsten Präsidenten gewählt wird", hatte er gesagt. Ärzte haben bisher keine öffentliche Aussagen über die Heilungschancen Kennedys gemacht. Das Nationale Krebsinstitut erklärte jedoch, die Aussichten seien schlecht. Je nachdem wie fortgeschritten der Tumor sei, reiche Kennedys Lebenserwartung von einigen Monaten bis fünf Jahre.

Bruder von John F. Kennedy
Edward "Ted" Kennedy ist der einzige noch lebende Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy. Der Parteiveteran war am 17. Mai mit Symptomen eines epileptischen Anfalls oder Schlaganfalls in das Krankenhaus von Cape Cod in der Nähe des Familienanwesens in Hyannis Port eingeliefert worden. Die Ärzte diagnostizierten später einen bösartigen Hirntumor.

"Ted" ist das jüngste von neun Kennedy-Geschwistern. Er übernahm nach dem Tod seines zweiten Bruders Robert 1968 die Rolle des Patriarchen im Kennedy-Clan. Innerhalb der Demokraten und im US-Kongress, wo er seit 1962 den Bundesstaat Massachusetts im Senat vertritt, hat sein Wort politisches Gewicht. Im Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur hatte Kennedy sich im Jänner hinter Barack Obama und gegen Hillary Clinton gestellt.

Tumor des Nervengewebes
Edward Kennedy leidet an einem Gliom. Dabei handelt es sich um einem Tumor, der aus den Stützzellen ("Gliazellen") des Nervengewebes im Gehirn entsteht. Gliome sind die häufigsten Gehirntumoren. Besonders die bösartigen Formen sind sehr schwer zu behandeln. Wegen der mikroskopischen Infiltration des umgebenden normalen Hirngewebes durch unsichtbare Tumorzellverbände lassen sich diese nur unvollständig entfernen, so dass diese Tumoren praktisch immer rezidivieren, d.h. sich neu bilden.

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