USA erlauben Lebensmittelverkäufe nach Kuba

Nach Hurrikan

 

USA erlauben Lebensmittelverkäufe nach Kuba

Die US-Regierung hat wegen der jüngsten Hurrikan-Schäden umfangreiche Lebensmittelverkäufe an Kuba genehmigt, obwohl gegen den Karibikstaat ein US-Handelsembargo besteht. Wie die diplomatische Vertretung der USA in Havanna am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, sollen "Agrarprodukte" im Wert von 250 Millionen Dollar (175 Mio. Euro) geliefert werden können.

Darüber hinaus sei Nichtregierungsorganisationen gestattet worden, Hilfsgüter im Wert von zehn Millionen Dollar nach Kuba zu liefern. Die Verkaufslizenzen wurden nach dem Durchzug des Hurrikans "Ike" am 7. September ausgestellt. Havanna hatte die USA aufgefordert, das seit 1962 bestehende Embargo für sechs Monate aufzuheben, um die Einfuhr von Baumaterialien zu ermöglichen.

Die beiden jüngst über Kuba gezogenen Hurrikane "Gustav" und "Ike" sind laut einer Erklärung der Regierung in Havanna die "schlimmste" Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes. Nach einer "vorläufigen Bilanz" belaufen sich die Schäden auf fünf Milliarden Dollar. 443.000 Wohnungen seien beschädigt und 63.000 zerstört worden. Am 30. August hatte "Gustav" den Westen Kubas heimgesucht, in der vergangenen Woche zog "Ike" über den Osten und das Zentrum. Von den elf Millionen Einwohnern wurden mehr als drei Millionen in Sicherheit gebracht.

Kuba will Dialog mit EU wieder aufnehmen
Unterdessen kündigte Kuba an, den seit 2003 unterbrochenen politischen Dialog mit der Europäischen Union wieder aufnehmen zu wollen. Dies habe Havanna bereits am 3. September in einem in der Botschaft der französischen Ratspräsidentschaft hinterlegten Brief mitgeteilt, sagte der Repräsentant der EU in Havanna, Javier Nino, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa auf Anfrage.

Es sei die Reaktion der kubanischen Regierung auf die endgültige Aufhebung der europäischen Sanktionen gegen das karibische Land, die Brüssel 2003 nach der Inhaftierung von 75 Regimegegnern verhängt hatte. "Die Antwort war positiv", sagte der Diplomat. Sie sei aber noch nicht in Kuba öffentlich gemacht worden.

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