Italien

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Unbekannte brandschatzen Roma-Siedlungen in Rom

Drei Molotow-Cocktails sind in der Nacht auf Mittwoch gegen eine Roma-Behelfsiedlung am Stadtrand Roms geworfen worden. Unbekannte warfen die Molotow-Cocktails aus einem Auto gegen Baracken, die in Brand gerieten. Niemand wurde verletzt. In der Siedlung, in der 600 Menschen leben, ist seit einigen Tagen eine von der italienischen Regierung angeordnete Zählung der Roma im Gange. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno versprach, dass die Gemeinde für die Schäden in der Siedlung aufkommen werde.

Im Mai hatten wütende Einwohner eines Vorortes von Neapel Roma-Siedlungen angegriffen. Baracken wurden in Brand gesetzt, Jugendliche auf Mopeds warfen Molotow-Cocktails gegen die Barackenlager im neapolitanischen Vorort Ponticelli. Hunderte von Roma, die in den Siedlungen wohnten, mussten die Flucht ergreifen. Die gewalttätigen Proteste gegen Roma-Siedlungen waren ausgebrochen, nachdem eine 16-jährige Romni angeblich am vergangenen Wochenende versucht hatte, ein sechs Monate altes Baby aus einer Wohnung der Gegend zu entführen. Das Mädchen wurde festgenommen.

Inzwischen wird in Rom, Neapel und Mailand die Zählung der Roma fortgesetzt, die in illegalen Camps leben. Innenminister Roberto Maroni betonte, dass die Behörden nur die Fingerabdrücke jener Roma abnehmen werden, die nicht auf andere Weise identifiziert werden können. Die Fingerabdrücke sollen nicht Kindern, sondern Jugendlichen ab 14 Jahren abgenommen werden. Der Minister beteuerte, dass die Zählung nicht auf ethnischer Basis und aus rein humanitären Gründen erfolge. Man wolle illegal in Italien lebenden Menschen humanitäre Hilfe leisten.

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