Unblutiges Ende der Clinton-Wahlkampf-Geiselnahme

Psychisch Kranker

© Screenshot CNN

Unblutiges Ende der Clinton-Wahlkampf-Geiselnahme

Glückliches Ende einer Geiselnahme in einem Wahlkampfbüro von Hillary Clinton: Der vermutlich psychisch kranker Kidnapper ergab sich, nachdem er kurz zuvor seine letzten Geiseln freigelassen hatte. US-Fernsehsender zeigten am Freitagabend die Bilder des mutmaßlichen Täters, der mit erhobenen Händen das Wahlkampfbüro der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin in Rochester im US-Staat New Hampshire verließ. Clinton selbst war zu keinem Zeitpunkt des fast sechsstündigen Dramas in Gefahr, da sie sich auf Wahlkampftour in Virginia befand.

Stadtbekannter psychisch Kranker
"Ich bin sehr dankbar, dass dieser schwierige Tag so gut endete", sagte Clinton. "Ich habe zuvor mit den Familien der Geiseln engen Kontakt gehalten", fügte sie hinzu. Zugleich dankte sie der Polizei. "Alle meine Wahlhelfer befinden sich in Sicherheit." Unbestätigten Berichten zufolge handelte es sich bei dem Täter um einen psychisch Kranken, der den Behörden der Stadt seit längerem bekannt sei. Er sei am Freitag vor Gericht geladen gewesen.

Kidnapper hat tat angekündigt
Zeitweise habe er vier Menschen in seiner Gewalt gehabt, berichteten US-Fernsehsender. Er habe mit Clinton sprechen sowie sich über den Zustand der psychiatrischen Krankenhäuser in den USA beschweren wollen, hieß es. Zu Bekannten habe er zuvor gesagt, "sie sollten am Freitag fernsehen", hieß es.

Als Polizei kam, legte er sich auf den Boden
Der mutmaßliche Täter legte sich vor dem Wahlkampfbüro flach auf den Boden, bevor Polizisten ihm Handschellen anlegten und ihn abführten. Die genauen Umstände des Verbrechens waren zunächst völlig unklar, vor allem etwa, ob der Täter tatsächlich einen Sprengstoffgürtel am Körper getragen hatte oder ob es sich um eine Attrappe handelte. Bereits zwei Stunden zuvor war fälschlicherweise das Ende der Geiselnahme gemeldet worden.

Die Polizei hielt sich während des gesamten Dramas mit Informationen extrem zurück. Ein Polizeisprecher weigerte sich zeitweise sogar, die Zahl der Geiseln zu nennen.

"Öffnete den Mantel und zeigte seine Bombe"
Der laut CNN 46-jährige Mann namens Lee Eisenberg stürmte nach Berichten von Augenzeugen gegen Freitagmittag (Ortszeit) in das Gebäude und erklärte, er trage einen Sprengstoffgürtel am Körper. Etwa eine Stunde später habe er zunächst eine Mutter mit Kind freigelassen und später eine weitere Frau auf freien Fuß gesetzt. Eine der Freigelassenen sei in ein Geschäft gelaufen und habe die Besitzerin gebeten, die Polizei zu alarmieren. "Ein Mann kam in das Büro, öffnete seinen Mantel und zeigte uns seine Bombe", habe die Frau berichtet.

Auch andere Demokraten-Wahlkampfbüros geräumt
Spezialeinheiten der Polizei, darunter Sprengstoffexperten, umstellten das Gebäude und nahmen mit dem Täter per Handy Kontakt auf, hieß es. Vorsichtshalber wurden auch zwei nahe gelegene Wahlkampfbüros der demokratischen Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und John Edwards sowie eine Schule geräumt, hieß es.

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