Unternehmer soll Berlusconi erpresst haben

Verhaftet

Unternehmer soll Berlusconi erpresst haben

Die Polizei in Neapel hat am Donnerstag den süditalienischen Unternehmer Giampaolo Tarantini und dessen Ehefrau festgenommen. Sie werden beschuldigt, den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi erpresst zu haben. Tarantini soll von Berlusconi eine halbe Million Euro für Falschaussagen über Callgirls kassiert haben, die in seiner römischen Residenz Palazzo Grazioli verkehrten, berichteten italienische Medien am Donnerstag. Zudem soll er monatlich weitere Summen vom Premier erhalten haben. Die Vorwürfe der Ermittler basieren auf abgehörten Telefongesprächen.

Der 34-jährige Tarantini hatte bereits vor zwei Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Der Unternehmer, gegen den unter anderem Justizermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption laufen, soll Berlusconi das süditalienische Callgirl Patrizia D'Addario für Partys in seiner Residenz vermittelt haben.

Die Affäre rund um Partys und Prostitution, die Berlusconi vor zwei Jahren sehr unter Druck gesetzt hatte, wurde von D'Addario ausgelöst. Diese hatte in einem Interview und vor den Ermittlern berichtet, dass sie von Tarantini zu zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz eingeladen worden sei. Dafür seien ihr 2.000 Euro versprochen worden. Da sie bei Berlusconi nicht übernachtet hatte, wurden ihr angeblich nur 1.000 Euro gezahlt. Ein zweites Mal habe sie bei Berlusconi die Nacht verbracht, dafür aber kein Geld bekommen.
 

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