Vatikan schlägt Alarm wegen Allams Islam-Aussagen

"Privatmeinung"

© AP Photo/Alessandra Tarantino

Vatikan schlägt Alarm wegen Allams Islam-Aussagen

Der Vatikan ist auf Distanz zu Islam-kritischen Äußerungen des in der Osternacht vom Papst getauften Publizisten Magdi Cristiano Allam gegangen. "Einen neuen Gläubigen in die Kirche aufzunehmen, heißt nicht, sich alle seine Ideen und Positionen zu eigen zu machen", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi laut Kathpress am Donnerstag in Radio Vatikan.

Allam warf Islam Hass und Intoleranz vor
Allam, der Vizechefredakteur des "Corriere della Sera" ist, hatte am Tag nach seiner Taufe dem Islam Hass und Intoleranz vorgeworfen. In weiteren Interviews bekräftigte er diese negative Auffassung.

Der für seine Kritik am Islamismus bekannte ägyptisch-italienische Journalist hatte sich in der Osternacht von Papst Benedikt XVI. im Petersdom taufen lassen. Moslemische Organisationen zeigten sich irritiert. Der Sprecher einer Initiative von 138 islamischen Theologen ("A Common Word"), Aref Ali Nayed, kritisierte diesen aufsehenerregenden Schritt als "provozierend".

Allam sagte zuletzt im italienischen Staatsfernsehen RAI, der Islam werde "begründetermaßen als Religion wahrgenommen, die Hass und Gewalt hervorbringt". Der muslimische Glaube sei "intolerant" gegenüber dem Nächsten und diskriminiere Frauen. Einen Dialog könne es nur auf der Basis übergreifender Werte wie Personenwürde und Grundrechte geben.

Allams Aussagen ähnlich jener des Papstes
Die Aussagen des vom Papst getauften Allam seien identisch mit der Botschaft des von Benedikt bei seiner umstrittenen Regensburger Rede von 2006 zitierten byzantinischen Kaisers, meinte Nayed laut "Corriere della Sera". Daher sei es "nicht weit von der Wahrheit" entfernt, würde man dies als eine Art Bekräftigung der in der muslimischen Welt mit Empörung aufgenommen Botschaft von Regensburg sehen.

Vatikan-Sprecher Lombardi meinte dazu, man habe längst Erläuterungen zu einer "korrekten Interpretation im Sinn Benedikts XVI." gegeben. Zugleich blieben einige der in der Regensburger Rede berührten Themen wie das Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft oder Religion und Gewalt weiterhin Gegenstand der Diskussion und unterschiedlicher Positionen.

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