Vier Preisträger für Alternativen Nobelpreis 2008

Auszeichnung

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Vier Preisträger für Alternativen Nobelpreis 2008

Der diesjährige Alternative Nobelpreis geht zu gleichen Teilen an vier Preisträger: Die schwedische "Right-Livelihood"-Stiftung verkündete am Mittwoch in Stockholm die Auszeichnungen für die Südtiroler Ärztin Monika Hauser, das indische Ehepaar Krishnammal und Sankaralingam Jagannathan, die US-Nachrichtenmoderatorin Amy Goodman und die Somalierin Asha Hagi.

Engagement für traumatisierte Frauen
Die in Deutschland lebende Südtirolerin Monika Hauser wurde für ihr Engagement zugunsten traumatisierter Frauen in Kriegsgebieten geehrt. Die Stiftung für den "Right Livelihood Award" würdigte die Gründerin der Organisation Medica Mondiale "für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauen, die in Krisenregionen schrecklichste sexualisierte Gewalt erfahren haben". Die Gynäkologin kämpfe dafür, "ihnen gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung zu verschaffen", erklärte die Stiftung.

Alternatives Modell journalistischer Berichterstattung
Ebenfalls ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die Amerikanerin Amy Goodman (51), weil sie als Moderatorin der täglichen Nachrichtensendung "Democracy Now!" die Entwicklung eines alternativen Modells journalistischer Berichterstattung betrieben habe. In der Begründung hieß es, die Sendung sei ein Beispiel "für die Entwicklung eines innovativen Modells wahrhaft unabhängigen politischen Journalismus', der zu Millionen Menschen jene alternativen Stimmen bringt, die von den Mainstream-Medien so häufig ausgegrenzt werden".

Verwirklichung von Mahatma Ghandis Visionen
Das indische Ehepaar Krishnammal (82) und Sankaralingam Jagannathan (96) wurde mit der Begründung geehrt, dass es sich für die Verwirklichung von Mahatma Ghandis Vision der sozialen Gerechtigkeit einsetze. Mit der Organisation LAFTI (Land for the Tillers' Freedom - Land für die Freiheit der Ackerbauern) kämpft das Ehepaar um Landrechte für die ärmste Kaste der sogenannten Unberührbaren in Indien.

Mitwirkung am somalischen Friedensprozess
Ein weiterer Preis ging an die 1962 geborene somalische Frauenrechtlerin Asha Hagi, weil sie nach Meinung der Jury "trotz großen Risikos für sich selbst die Mitwirkung von Frauen im Friedensprozess ihres vom Krieg zerrissenen Landes organisiert und anführt".

Die Preisträger teilen sich zwei Millionen Schwedische Kronen (205.617 Euro). Die Preise werden am 7. Dezember im schwedischen Parlament verliehen. Begründet wurde der "Right Livelihood Award" 1980 vom schwedisch-deutschen Philanthropen Jakob von Uexküll mit dem Erlös aus dem Verkauf einer bedeutenden Briefmarkensammlung. Der Preis soll Personen und Initiativen ehren, die bei der Vergabe der Nobelpreise nicht beachtet werden.

Monika Hauser spendet ihr Preisgeld
Nach der Auszeichnung mit dem Alternativen Nobelpreis erwartet die Ärztin Monika Hauser von der deutschen Regierung, "dass man uns zuhört". Sie fordert, dass Bundeswehrsoldaten vor einem Auslandseinsatz geschult und für das Problem sexueller Gewalt gegen Frauen sensibilisiert würden. "Man kann sich nicht verschließen vor der Realität, dass unsere Jungs vor Ort in Bordelle gehen, in denen auch Minderjährige arbeiten".
Die umgerechnet gut 50.000 Euro, die sie als Preisträgerin erhält, sollen zwei Projekten zugutekommen, "einem alten und einem neuen": Mit einem Teil will Hauser das Frauentherapiezentrum Medica Zenica unterstützen, das sie 1993 gründete und das inzwischen selbstständig arbeitet. Das Zentrum kämpfe derzeit ums Überleben, weil es nicht mehr genug Spenden erhalte, sagte die Ärztin. Die andere Hälfte bekommen Projekte in Ostkongo. Dort arbeitet Medica Mondiale mit der lokalen Frauenorganisation PAIS zusammen, Mit dem Preisgeld soll unter anderem die Schulung von Mitarbeiterinnen finanziert werden, die vergewaltigte Frauen versorgen, sowie eine psychologische Betreuung.

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