27. April 2009 11:09
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der weiteren
Ausbreitung der Schweinegrippe die Pandemie-Warnstufe von derzeit drei auf
vier erhöht. Die Entscheidung ist nach Krisenberatungen mit Grippeexperten
aus der ganzen Welt gefallen.
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Die WHO-Pandemie-Skala Phase 1: Kein neuer
Influenzavirus-Subtyp beim Menschen feststellbar. Das Risiko von
menschlichen Infektionen durch ev. zirkulierende tierpathogene
Influenzaviren wird als gering eingestuft, auch wenn diese bereits
Erkrankungsfälle beim Menschen ausgelöst haben sollten. Phase
2: Wie oben, aber zirkulierende tierpathogene Influenzaviren
stellen ein beträchtliches Risiko für humane Erkrankungen dar. Phase
3: Humane(r) Erkrankungsfall/-fälle durch einen neuen
Influenzavirus-Subtyp, aber keine Mensch zu Mensch - Übertragung bzw.
nur äußerst selten bei sehr engem Kontakt. Dies galt bisher für die
Situation rund um die H5N1-Vogelgrippe. Phase 4: Limitierte
Mensch zu Mensch - Übertragung streng lokal begrenzt. Phase
5: Größere Ausbrüche, aber Mensch zu Mensch - Übertragung noch
lokal begrenzt. Phase 6: Pandemie: zunehmende und
anhaltende Ausbreitung in der Bevölkerung. Pandemie erreicht
Österreich oder angrenzendes Ausland.
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Eindämmung kaum möglich
Der stellvertretende
WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda sagte, eine Eindämmung sei derzeit kaum
möglich, da das Virus sich bereits auf mehrere Länder ausgebreitet habe.
Unterdessen steigt die Zahl der mutmaßlichen Opfer in Mexiko immer weiter
an. Bisher sind vermutlich 152 Menschen an der Grippe gestorben. Bisher
wiesen die Behörden den Erreger A/H1N1 bei 20 Toten nach, die Zahl der wegen
einer mutmaßlichen Schweinegrippe-Infektion behandelten Patienten stieg auf
1.614.
Einen
Bericht aus Mexiko-Stadt lesen Sie hier
Erste Fälle in Europa
In Großbritannien sind die ersten
Fälle von Schweinegrippe bestätigt. Zwei Menschen, die aus Mexiko nach
Schottland zurückgekehrt sind, tragen das Virus in sich. Zuletzt hatten die
britischen Behörden 17 Verdachtsfälle geprüft.
Zweiter Fall in Spanien bestätigt
In Spanien ist ein zweiter
Fall von Schweinegrippe aufgetreten. Bei einem Patienten in der
ostspanischen Hafenstadt Valencia bestätigte sich der Verdacht. Der
Erkrankte befand sich auf dem Wege der Besserung und kann schon bald aus dem
Krankenhaus entlassen werden. Auch der erste Erkrankte ist auf dem Weg der
Besserung.
Verdacht in Italien und der Schweiz
In Venedig ist eine
31-jährige Frau wegen Verdachts auf eine Virus-Erkrankung ins Krankenhaus
gebracht worden. Der Gesundheitszustand der Frau ist nicht
besorgniserregend, sie schwebt auch nicht in Lebensgefahr. Auch die
Gesundheitsbehörden des Schweizer Kantons Aargau haben am Montag einen
Schweinegrippe-Verdachtsfall gemeldet.
Schweinegrippe-Infektionen
in Ö meldepflichtig - hier mehr dazu!
Krisensitzungen
Wegen der bedrohlichen Ausbreitung der
Schweinepest plant die EU gleich eine Serie von Krisensitzungen.
EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou reiste am Montag nach
Luxemburg, um mit den EU-Außenministern über mögliche Schutzvorkehrungen zu
sprechen.
Donnerstag: Treffen der Gesundheitsminister
Für den Nachmittag
wurde außerdem ein Treffen von Gesundheitsexperten der 27 EU-Mitgliedstaaten
in Brüssel einberufen. Am Donnerstag kommen dann die EU-Gesundheitsminister
zu einer Sondersitzung zusammen, teilte die tschechische
EU-Ratspräsidentschaft mit. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso: "Die
EU-Kommission verfolgt die Entwicklung sehr genau."
Offizielle
Reisewarnung in Ö - hier mehr dazu!
Grafik:
(c) AP
Virus erreicht Austrialien und Asien
In Australien stieg die
Zahl der Verdachtsfälle sprunghaft auf 45 an. In allen australischen
Bundesstaaten mit Ausnahme eines einzigen Bundesstaats wurden Fälle bekannt.
Auch in Südkorea wird mittlerweile eine Frau nach einem Aufenthalt in Mexiko
auf eine mögliche Schweinegrippe-Infektion getestet. Sie und zwei weitere
Personen hätten Berichten zufolge entsprechende Symptome aufgewiesen,
teilten die Gesundheitsbehörden in Seoul am Dienstag mit.